Wintereinbruch

Berglandmilch zahlt für nicht abholbare Milch

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 18.12.2020 - 09:00

Weil auf vielen Höfen wegen der starken Schneefälle in Österreich die Milch nicht abgeholt werden konnte, bekommen die Bauern trotzdem ihr Geld.

Milchtank-Österreich-Bergbauer

Wegen der anhaltenden Schneefälle in der letzten Woche in Osttirol und Oberkärnten hatten auch weitreichende Folgen für die Tirol Milch Bauern. Mehr als 125.000 Liter Milch verblieben so in den letzten Tagen auf den Höfen der Tirol Milch Bauern – ein Gutteil davon Biomilch. Zwischen Stromausfällen, Lawinen und Straßensperren ging das Leben auf den Höfen seinen gewohnten Gang. Unter erschwerten Bedingungen leisteten die Tirol Milch Bauern in Osttirol Großes, denn die durchschnittlich zwölf Kühe müssen dennoch zwei Mal täglich gemolken werden.

Die Berglandmilch hat nun angekündigt, diese Milch trotzdem zu bezahlen. Die Berglandmilch mit ihrem Tirol-Milch Werk in Wörgl ist eine Genossenschaft, die ausschließlich den Milchbäuerinnen und –bauern gehört. Dass man einander unterstütze, zeige sich in diesen Extremwetterlagen einmal mehr.  Mehr als 50.000 € werden den Tirol Milch Bauern für Milch bezahlt, heißt es in einer Presseaussendung der Molkerei.

"Unsere Bäuerinnen und Bauern leisten unter erschwerten Bedingungen Großes in der Versorgung ihrer Tiere. In der Genossenschaft unterstützt man hier die Kollegen und zeigt sich solidarisch.“, sagt Geschäftsführer der Berglandmilch DI Josef Braunshofer.

Übernachten im Milchsammelwagen

Auch die Milchsammelwagenfahrer leisteten laut Molkerei Großartiges. Trotz widrigster Bedingungen steuerten sie ihre Milchtanker auf Höfe in 1.600m Seehöhe.

Ein Sammelwagenfahrer wurde, aufgrund der hohen Lawinengefahr angehalten, konnte weder vor, noch zurück und musste die Nacht im LKW verbringen. Trotz aller Bemühungen konnten aufgrund der hohen Lawinengefahr und aufgrund zahlreicher Straßensperren viele Höfe nicht bzw. nicht rechtzeitig erreicht werden.

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