Coronakrise

Bauern dürfen auch bei Quarantäne in den Stall

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 29.09.2020 - 09:30

Die Bezirksregierung Kärnten wollte einem Bauer in Coronaquarantäne die Stallarbeit verbieten. Das geht aber nicht.

Milchviehbetrieb-Österreich-Milchviehstall

Für Verwirrung und einen Shitstorm in den sozialen Medien hat gestern (28.9.) eine Entscheidung der Kärntner Bezirksregierung zu Quarantäne-Bestimmungen für Landwirte geführt. Nach Medienberichten, wonach Bauern in Quarantäne nicht in ihren Ställen arbeiten dürften, folgte zu Mittag eine Stellungnahme der Landwirtschaftskammer: Demnach habe es sich um ein "Missverständnis" gehandelt. Stallarbeit sei auch für Personen möglich, die sich in Absonderung befinden. Es dürfe aber kein Kontakt zu Fremdpersonen entstehen.

Quelle der Verwirrung war die Meldung, dass ein Stallgebäude nur dann von Landwirten in Quarantäne betreten werden darf, wenn es an das Wohnhaus anschließt. Mit diesem Satz wurde der Bezirkshauptmann von Hermagor, Heinz Pansi, in der "Kleinen Zeitung" zitiert. Bei der Landwirtschaftskammer Kärnten liefen daraufhin die Telefone heiß: "Die tägliche Versorgung der Tiere durch die Betriebsführerfamilie ist sichergestellt", erklärte die Kammer in einer Aussendung.

 

Keine überbordende Coronaregeln machen

Bereits im Frühjahr habe es diesbezüglich Gespräche zwischen Landwirtschafts- und Gesundheitsministerium gegeben - mit dem Ergebnis, dass für die "systemrelevante Landwirtschaft" eine sogenannte "Arbeitsquarantäne" gilt. Und die sehe vor, dass die Bewirtschaftung der Betriebe unter Einhaltung der Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen "auch im Fall einer Quarantäne" möglich sei. Grundvoraussetzung dafür sei aber, dass es zu keinem Kontakt mit betriebsfremden Personen kommen darf.

Bundesagrarministerin Elisabeth Köstinger appellierte an alle lokalen Behörden, hier keine überbordenden Regelungen zu verordnen, die bundesgesetzlich nicht gedeckt sind. "Wenn hier Missverständnisse bestanden haben, dann sind sie hiermit ausgeräumt," so die Ministerin. Sie ersucht alle Beteiligten, von den Bezirksbehörden bis hin zu den Landesbehörden, das künftig auch in dieser Klarheit an die Betroffenen zu kommunizieren.

Mit Material von apa ots