Landtagswahlen in Oberösterreich

Aufreger: Grünen-Plakat mit Slogan "Bio oder Gift"

Ulrich Graf, Alexandra Königer
am Dienstag, 07.09.2021 - 15:59

Ein Plakat der Grünen in Oberösterreich sorgt für Wirbel. Landwirtschaftsministerin Köstinger fordert mehr Respekt für konventionelle Bauern.

Plakat der Grünen in Oberösterreich: Bio oder Gift?

In Oberösterreich finden am 26. September die Landtagswahlen statt. Der Wahlkampf befindet sich in der heißen Phase. Die Parteien werfen alles in die Waagschale, um die Gunst der Wähler zu gewinnen.

Für Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger sind die Grünen in Oberösterreich aber mit dem Slogan "Bio oder Gift" auf ihrem Wahlkampfplakat einen Schritt zu weit gegangen: „Das aktuelle Wahlkampf-Sujet der OÖ-Grünen mit dem Slogan ‚Bio oder Gift‘ ist respektlos, primitiv und populistisch“, so die Landwirtschaftsministerin. „Wer traditionelle Landwirtschaft mit Giftspritzen gleichsetzt, betreibt eine pauschale Verunglimpfung der Bäuerinnen und Bauern, die ich nicht akzeptieren werde.“ Sie wirft den Grünen eine "Hetze gegen einen gesamten Berufsstand" vor, der bislang nur von Parteien am äußersten rechten Rand zu beobachten gewesen sei. Und sie fordert die Grünen auf "dieses Sujet augenblicklich aus dem Verkehr zu ziehen und sich bei den Landwirten zu entschuldigen."

Grünen sehen das Plakat nicht gegen die konventionelle Landwirtschaft gerichtet

Der grüne Spitzenkandidat, Landesrat Stefan Kaineder, spricht von einer „durchschaubaren Aktion des Bauernbundes, die es mittlerweile bis ins Landwirtschaftsministerium geschafft hat“.

Der Bauernbund bringe es nicht zustande, die Lage der vielen kleinen und mittleren Landwirtschaftsbetriebe zu verbessern. Das Plakat richte sich gegen die Agrarindustrie und Massenproduktion – und nicht gegen die konventionellen Bauern. Nichts liege den Grünen ferner als eine Spaltung zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft – dafür genüge ein Blick ins grüne Wahlprogramm.