Tierwohl

AMA-Gütesiegel: Aus für Spaltenböden in der Schweinemast beschlossen

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 23.07.2021 - 09:41

Ab 2022 kommen auf Österreichs Schweinehalter höhere Tierwohlauflagen im AMA-Gütesiegel zu.

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Schweinehalter, die am AMA-Gütesiegel teilnehmen, müssen ab 2022 mit höheren Auflagen rechnen. Das Fachgremium zur Richtliniengestaltung der AMA-Schweinefleischproduktion hat eine Richtungsentscheidung über die inhaltliche Weiterentwicklung der Richtlinie „Schweinehaltung“ im AMA-Gütesiegel beschossen. Eines der Ziele lautet: Eine Million Schweine ohne Vollspaltenböden bis Ende 2030.

Daneben wurden weitere Ziele vereinbart, teilt die AMA mit. Ab sofort wird die Richtlinie "Mehr Tierwohl" um ein zusätzliches, freiwilliges Modul mit 100 Prozent mehr Platz im Stall erweitert. Ein Modul mit 60 Prozent mehr Platz gibt es bereits seit einigen Jahren. Bei beiden Systemen sind zusätzlich eingestreute Liegeflächen vorgeschrieben. Bis 2030 sollen insgesamt eine Million Schweine aus biologischer Haltung bzw. aus den freiwilligen AMA-Gütesiegel-Modulen „Mehr Tierwohl“ stammen und vermarktet werden. Bis Ende 2026 vollständige Einbindung aller Zuchtsauen- und Aufzuchtbetriebe in das AMA-Gütesiegel.
 

Stufenplan wird noch konkretisiert

Bis 2030 sollen Importe von Übersee-Soja um 50 Prozent sinken, ein Beitrag zur österreichischen Eiweißstrategie. Das bedeutet eine Erhöhung des Selbstversorgungsgrades mit Eiweißfuttermitteln über alle Tierkategorien auf 90 Prozent. Damit soll ein wesentlicher Beitrag in Sachen Klimaschutz, Unterstützung der regionalen Kreislaufwirtschaft und der kleinstrukturierten Produktion als Differenzierungsmerkmal der heimischen Herstellungsweise und Qualität geschaffen werden. Sukzessive sollen alle Schweinemastbetriebe im AMA-Gütesiegel auf Haltungssysteme ohne Vollspaltenböden umrüsten. Endgültiges Aus für Vollspaltenböden im AMA-Gütesiegel ist bis Ende 2032 vorgesehen.

„In einem ambitionierten Stufenplan, der 2022 starten soll, werden die Zwischenschritte nun zeitlich konkretisiert und begleitende Maßnahmen für die Umsetzung definiert. Notwendig dafür ist die Unterstützung möglichst vieler Marktpartner und eine Abgeltung der Mehrleistungen an die Landwirte, um eine echte Branchenlösung zu erreichen“, erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing.

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