Almwirtschaft

Almabtrieb: Kritik an neuen Meldefristen

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 23.06.2021 - 06:30

Harsche Kritik ruft die geänderte AMA-Frist zum Almabtrieb beim UBV hervor. Das Ministerium sieht dagegen Vereinfachung.

Rinder

Auf massive Kritik stößt die neue AMA-Vorgabe für Meldefrist zum Almabtrieb. War es bisher ausreichend bei der Auftriebsmeldung auf Almen das vorläufige Abtriebsdatum bekanntzugeben, soll in Zukunft für jeden Rinderabtrieb im Herbst eine taggenaue Meldung erfolgen. So sehen es aktuelle Änderungen im Öpul-Programm vor.

Das kann laut Unabhängigen Bauernverband (UBV) und der Kärntner Plattform für Bauerninteressen/Heimo Urbas in keiner Weise akzeptiert werden. Anstatt die Bürokratie einzudämmen, wird man mit neuen Erfindungen immer einfallsreicher, womit man die betroffenen Bauern beschäftigen könne, kritisieren die beiden Interessenvertretungen.

Nach deren Einschätzung gehen manche Verantwortliche schon davon aus, dass der Bauer keine andere Arbeit hat als die Bürokratie zu bedienen. Auch die bäuerliche Berufsvertretung schweige zu dieser Vorgangsweise.

Eigentlich eh verständlich, meinen UBV-Bundesobmann Karl Keplinger und der Kärntner Almbauer Heimo Urbas (Plattform Bauerninteressen), lebe diese doch recht gut von der Verwaltung des Bürokratiekrams. Beide fragen sich, ob Almobmänner diese Arbeit kostenlos durchführen werden oder in Zukunft die Alpungs- und Behirtungsprämie für die Verwaltung der Alm aufgehe?

 

Ministerium sieht Vereinfachung

Das Bundesagrarministerium verweist auf Wochenblattnachfrage darauf, die Meldung des Auf- und Abtriebes ist im § 8 der Rinderkennzeichnungs-Verordnung 2021 geregelt. Diese Verordnung setze die AMA nun um. Nach Auffassung des Ministeriums ist die gewählte Umsetzung eine vereinfachte Meldung, die nur durch den Alm/Weidebewirtschafter vorzunehmen ist. Als alternative Variante wäre die Umsetzung im Wege des klassischen Doppelmeldesystems. Dies hätte zwei Meldungen für den Auftreiber und zwei Meldungen für den Alm-/Weidebewirtschafter bedeutet.

Weiter heißt es in der Ministeriumsstellungnahme: "Wir haben erreicht, dass entgegen den ursprünglichen Vorgaben der europäischen Kommission nur eine Meldung von einem Almbewirtschafter durchgeführt werden muss. Zum ursprünglichen Vorschlag ist das eine wesentliche Vereinfachung und dennoch ist eine lückenlose Rückverfolgbarkeit des Rindes gewährleistet."

Die exakte Dauer des Auftriebs ist laut Ministerium auch keine neue Meldung, sondern diese muss bereits bisher bei verschiedenen Fördermaßnahmen in der Zweiten Säule angegeben werden.

 

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