Agrarpolitik

Agrarhaushalt: Köstinger sieht wichtiges Signal

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 15.10.2021 - 14:52

Österreichs Agrarministerin sieht mit dem Agrarbudget 2022 die Landwirtschaft gestärkt.

Köstinger-Elisabeth-Österreich

Für das kommende Jahr kann Bundesagrarministerin Elisabeth Köstinger über ein Agrarbudget von knapp 3,4 Mrd. € verfügen. Das sind um 104 Mio. € oder 3,2% mehr als im laufenden Jahr 2021. Davon kommen 316 Mio. € der Ländlichen Entwicklung zugute, plus 777 Mio. Euro aus dem EU-Topf „ländliche Entwicklung“. Für das "Herzstück" der österreichischen Agrarpolitik sind somit 1.093 Mio. € vorgesehen, wie Köstinger die ländliche Entwicklung bezeichnet. Damit sei das Weiterführen der "Erfolgsprogramme" für die regionale Entwicklung gesichert. 703 Mio. Euro fließen in Marktordnungsmaßnahmen, wie Direktzahlungen. Laut Ministerium sind sie eine wesentliche Absicherung und zentrale Stütze der bäuerlichen Familienbetriebe.

Köstinger sieht mit dem Budgetentwurf die Forcierung von Ressourcenschutz und Tierwohl gewährleistet, da alle erforderlichen Mittel für die Kofinanzierung der EU-Zahlungen zur Verfügung stehen. Wichtigstes Instrument sei das Agrarumweltprogramm Öpul. Rund 80% der heimischen Betriebe bewirtschaften ihre Flächen nach Umweltstandards, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das vorliegende Budget ermögliche weiterhin die umfassende Unterstützung der Landwirtschaft in den Berg- und benachteiligten Gebieten. Das sichere die Betriebe ab, habe aber auch bedeutende positive Wirkungen auf die Biodiversität und die Kulturlandschaft, so die Ministerin.

Strasser erfreut über stabiles Budget

Mit einer deutlichen Erhöhung der Investitionsförderung wird nach Ministeriumsangaben die Wettbewerbsfähigkeit und Professionalisierung der bäuerlichen Familienbetriebe forciert. Darüber hinaus enthält der Haushalt rund 24 Mio. Euro für nationale Fördermaßnahmen wie Agrarinvestitionskredit (AIK), Produktionsalternativen und Innovationen, Landtechnik, Vermarktung, Beratung und Fortbildung.

Bauernbundpräsident und ÖVP-Agrarsprecher Georg Strasser lobt den Budgetentwurf 2022. Er stärke die österreichischen Bauernfamilien, denn besonders jetzt, nach der Corona-Krise, benötige es finanzielle Mittel, um weiterhin Investitionen für die Zukunft tätigen zu können. „Ich bin sehr erfreut über den stabilen Rahmen“, so Strasser.

Weitere Details

Der Forstwirtschaft stehen 110 Mio. € zur Verfügung, weitere 145 Mio. € für Wildbach- und Lawinenverbauung sowie 105 Mio. € für Schutzwasserbau. 2022 sind für den Waldfonds 102,5 Mio. Euro eingeplant. Der Waldfonds sei mit einem Volumen von insgesamt 350 Mio. Euro für 2021 bis 2025 das größte Zukunftspaket für eine nachhaltige und zukunftsfitte Forstwirtschaft, stellt die Forstministerin fest. Die Maßnahmen reichten von der Abgeltung von durch Borkenkäferschäden verursachtem Wertverlust über die Entwicklung klimafitter, artenreicher Wälder bis hin zur Stärkung der Verwendung des Rohstoffes Holz.

Knapp 145 Mio. € sind für die elf höheren Schulen des Bundes, die Forstfachschule sowie die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik vorgesehen. Zusätzliche 6,9 Mio. Euro kommen Investitionen in die Infrastruktur zugute. Letztlich beteiligt sich das Ressort mit 46,8 Mio. Euro jährlich an den Landeslehrerkosten für landwirtschaftliche Fachschulen. Die land- und forstwirtschaftlichen Schulen des Bundes zählten laut Ministerium zu den erfolgreichsten in Österreich. Ausbildungsplätze seien sehr begehrt, und die Aufnahmeanträge überstiegen das Angebot bei Weitem.

Auf den Bereich Wasserressourcenmanagement entfallen 408 Mio. €, inklusive der 105 Mio. € für den Schutzwasserbau. Diese Maßnahmen seien wichtige Investitionen, um Menschen, ihre Häuser und Güter vor Hochwässern und anderen Naturgefahren zu schützen. Schließlich erhält die Siedlungswasserwirtschaft 290,4 Mio. €, wovon ein Teil für neue Projekte aufgewandt werden kann.

 

Mit Material von aiz

Was für Schulen und Verwaltung vorgesehen ist

Für das Agrarressort (BMLRT) und seine Dienststellen sind neben den 191 Mio. Euro für den Schulbereich noch 101 Mio. Euro für die Zentralstelle inklusive Personalaufwand, 53 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung, 48 Mio. Euro für die Abwicklung der Zahlungen und Maßnahmen durch die AMA, 37 Mio. Euro Basisabgeltung für AGES sowie Bundesamt und Bundesforschungszentrum für Wald, 19 Mio. Euro für diverse Dienststellen wie Bundeskellereiinspektion, landwirtschaftliche Bundesanstalten, Bundesamt für Weinbau und Bundesamt für Wasserwirtschaft angesetzt.

Mit Material von aiz
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