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Energiepreise

Agrardiesel: Parlament beschließt 7 Cent/l Entlastung

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 27.04.2022 - 18:21

Auch Strom- und Erdgasabgabe sinken auf EU-Mindestniveau. Bauernbund Österreich fordert weitere Entlastungsmaßnahmen.

Mais_Saat

Das Parlament hat am Mittwoch (27.4.) ein Teil des zweiten Maßnahmenpaketes zum Teuerungsausgleich mit einem Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro beschlossen.

Den Land- und Forstwirten bringt der Gesetzesbeschluss eine Senkung der Mineralölsteuer bei Diesel auf das allgemeine Mindeststeuersatzniveau in der EU. Das entspricht einer Reduktion von sieben Cent je Liter, und zwar ab Mai 2022 über 14 Monate bis Juni 2023.

Die pauschale Rückvergütung können Landwirte ab 1. September bis spätestens 31. Oktober 2022 bei der Agrarmarkt Austria beantragen. Die pauschalen Verbrauchswerte werden anhand des Durchschnittsverbrauchs an Diesel je Hektar für unterschiedliche Kulturen von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen ermittelt. Beträge unter 50 € werden nicht ausgezahlt, erklärte Klaus Lindinger (ÖVP), der dazu einen Abänderungsantrag mit technischen Anpassungen bei der Mineralölsteuer einbrachte.

Bauernbund-Präsident Georg Strasser ist sich bewusst, dass diese Entlastung nicht ausreicht. Wie es heißt, war mit den Grünen eine höhere Entlastung beim Agrardiesel nicht machbar.

„Das ist ein wichtiger erster Schritt. Der Kostendruck in der Landwirtschaft nimmt aber stetig zu. Deshalb setzt sich der Bauernbund für weitere, treffsichere Maßnahmen gegen die Teuerung in der Landwirtschaft ein“, so Strasser.

Ab Juli steht zudem eine weitere Erhöhung der Rückvergütung beim Agrardiesel über die ökosoziale Steuerreform aus. Im Gespräch sind hier weitere 9 Cent/l als Entlastung.

Neben der Rückvergütung beim Agrardiesel erhöht der Bund die Pendlerpauschale um 50 Prozent, vervierfacht den Pendlereuro und senkt die Erdgas- und Elektrizitätsabgabe um rund 90 Prozent.

All diese Maßnahmen entlasten aus Strassers Sicht besonders die Bevölkerung in den ländlichen Regionen Österreichs. So seien die Preissteigerungen bei Energie und Treibstoffen die Haupttreiber für die Inflation. Sie treffen die Menschen am Land besonders hat, da sie auf Auto, Traktor und weitere Maschinen angewiesen sind.

Die Erdgas- und die Elektrizitätsabgabe werden ebenfalls zeitlich befristet bis Juni 2023 auf das europäische Mindestbesteuerungsniveau gesenkt. Diese liegen dann bei 0,021 pro Kubikmeter bzw. pro Kilowattstunde.

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