Zuckerindustrie

Agrana hält an positiver Prognose fest

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 14.10.2021 - 08:07

Das erste Halbjahr lief für den Zuckerhersteller erwartungsgemäß schwach, das zweite Halbjahr soll dagegen deutlich besser werden.

Agrana-Zucker-Transport

Nach dem Ergebnis im ersten Halbjahr hält der Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern Agrana an seiner Jahresprognose fest. Vorstandsvorsitzender Markus Mühleisen hatte im ersten Halbjahr 2021/22 ein schwächeres Ergebnis als im Vorjahr erwartet. Trotz eines äußerst volatilen Geschäftsumfeldes prognostiziert er für das Gesamtjahr 2021/22 ein um mindestens 10% höheres Ergebnis aus der Betriebstätigkeit (EBIT). Damit peilt Agrana in EBIT im laufenden Geschäftsjahr von über 86,5 Mio. € an.

Eine heterogene Geschäftsentwicklung seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie führte laut Mühleisen zu Verwerfungen innerhalb der Quartale im Vorjahr, die nun im laufenden Geschäftsjahr teilweise zu gegenläufigen Effekten führen. „Nach einem schwächeren ersten Halbjahr gehen wir im zweiten Halbjahr von einer sukzessiven Verbesserung der Ergebnisse aus,“ so der Agrana-Chef.

Höhere Energierkosten drücken Ergebnis

Agrana-Rübenanlieferung

So kletterte im ersten Halbjahr 2021/22 der Umsatz mit 1.424,4 Mio. € um 8,8 %. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) reduzierte sich um 19,7 % und betrug 44,8 Mio. €. Der EBIT-Rückgang ist auf höhere Rohstoff- und Energiekosten, einen schwächeren Verkauf bei Fruchtsaftkonzentraten aus der Ernte 2020, sowie auf geringere Margen im Segment Zucker zurückzuführen.

Im Segment Zucker lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2021/22 leicht über dem Vorjahr. Zu dieser positiven Entwicklung führten vor allem steigende Zuckerverkaufspreise. In der Zuckerkampagne 2020 wurde schädlingsbedingt in Österreich, nur eine unterdurchschnittliche Eigenproduktion verzeichnet. Die daraus resultierenden höheren Mengen Handels- und Raffinationszucker mit geringeren Margen waren ein wesentlicher Treiber für die schwächere Zucker-EBIT-Performance im ersten Halbjahr 2021/22. So lag das Ergebnis der Betriebstätigkeit bei minus 10 Mio. € gegenüber minus 9 Mio. € im Vorjahr.

Deutliches Minus bei Stärke und Frucht

Das EBIT im Segment Frucht war um 14,3 % niedriger als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Grund dafür lag im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate mit geringeren Ausliefermengen in Kombination mit niedrigeren Deckungsbeiträgen bei Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2020.

Das Halbjahres-EBIT im Segment Stärke lag um 16,4 % unter dem Vorjahreswert. Die Hauptursache dafür waren im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Einkaufspreise für Weizen, Mais und Energie, die noch nicht in vollem Ausmaß über angepasste Produktpreise ausgeglichen werden konnten. Auch höhere Abschreibungen durch die Großinvestitionen der letzten Jahre wirkten sich nach Unternehmensangaben ergebnisbelastend aus.