Ausblick

In Zukunft andere Hopfenproduktion

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Helga Gebendorfer
am Donnerstag, 27.02.2020 - 11:34

Generalversammlung der Hallertauer Hopfenverwertungsgenossenschaft HVG

Unterpindhart/Obb. - „Vor dem Hintergrund der Ernte 2018 sind wir mit dem Ergebnis aus dem Wirtschaftsjahr 2018/19 sehr zufrieden“, lautete das Resümee von Dr. Johann Pichlmaier, Vorstandsvorsitzender der Hopfenverwertungsgenossenschaft (HVG) bei der Generalsversammlung im Landgasthof Rockermeier. Am Ende kam es doch besser als erwartet: Die umgesetzten Hopfenmengen stiegen in den vergangenen Jahren an, das Preisniveau im Vertragsgeschäft und bei den Freihopfen erhöhte sich maßgeblich, die Lagerbestände haben sich erniedrigt und es konnten in Absprache mit den Brauereien Vertragsumstellungen vereinbart werden. In seinem Rückblick stellte der Vorstandsvorsitzende fest, dass sich im Hopfengeschäft die globale Ausrichtung in den letzten Jahren weiter verstärkt hat, das heißt die Exportquote über die Jahre kontinuierlich auf derzeit 75 bis 80 % angestiegen ist. Grundlage für das Geschäft stellt weiterhin die weltweite Entwicklung des Biergeschäftes dar, wobei ein Wachstum vor allem in Mexiko, Russland und auf den Philippinen auszumachen ist. Für die Zukunft wird mit einem weiteren Zuwachs bei Craft Bier gerechnet.

Die Hopfenernte 2018 fiel weltweit unterdurchschnittlich aus

Das lag vor allem an der schwachen Hopfenernte mit schwachen Alphasäurewerten in Deutschland. Mit rund 128 000 t Hopfen bzw. rund 13 000 t erntefrischer Alphasäure sind 2019 dagegen weltweit Mengen erreicht worden wie selten bzw. noch nie in der Vergangenheit. In Deutschland fielen die Hektarerträge durchweg zumindest durchschnittlich oder leicht darüber aus. Jedoch waren die meisten Aromahopfen in Bezug auf die Alphasäure eher enttäuschend.

Unterlieferungen der Einkaufsverträge

„Deshalb kam es auch in diesem Jahr zu gewissen Unterlieferungen der Einkaufsverträge“, berichtete Pichlmaier. Nach seiner Auskunft waren auch in der Ernte 2019 die Freihopfen sehr gefragt und erreichten teilweise ein Preisniveau ähnlich dem Jahr zuvor. Nur die Preise der Flavoursorten bewegten sich unter dem Vorkontraktniveau. Sein Blick auf die Vorvertragsquoten zeigt in den nächsten Jahren eine hohe bis sehr hohe Vertragsbindung. „Das bedeutet für die Pflanzer ein relativ hohes Maß an Planungssicherheit“, machte er klar. „In Zukunft werden uns neben Klimawandel und strengeren gesetzlichen Auflagen, etwa beim Pflanzenschutz und der Düngung, auch die Diskussionen mit dem gesellschaftlichen Umfeld mehr beschäftigen“, stellte Aufsichtsratsvorsitzender Adolf Schapfl fest. Nach seiner Meinung werden alle Akteure ihre Anstrengungen erhöhen müssen. „Die Hopfenproduktion der Zukunft wird nicht so ausschauen, wie in den letzten Jahrzehnten“, bekräftigte er und wies darauf hin, dass sich jeder Hopfenpflanzer an die neuen Anforderungen anpassen muss.

Heißer und trockener Sommer

Beim Rückblick auf das vergangene Jahr erinnerte der Aufsichtsratsvorsitzende an einen sehr heißen und trockenen Sommer für die meisten deutschen Hopfenanbaugebiete. Trotzdem konnte eine gut durchschnittliche Ernte erzielt werden – mit höheren Alphawerten als in den letzten Jahren. Die Anbaufläche in Deutschland stieg auf über 20 000 ha und es konnten fast 48 500 t Hopfen mit rund 5200 t Alphasäure eingefahren werden. Diese hohen Erntemengen konnten in einem Markt mit vergleichsweise hohem Vorvertragspreisniveau und überwiegend guten Freihopfenpreisen vermarktet werden. Nach seinen Worten haben die Hopfenbauern schon oft bewiesen, dass sie neue Herausforderungen meistern können. „Lassen Sie uns auch dieses Mal alle gemeinsam an unserer Zukunft arbeiten“, rief er seinen Kollegen zu.

Turnusgemäße Wahlen

Bei den turnusgemäßen Wahlen wurden in den Aufsichtsrat Christoph Liebelt aus dem Anbaugebiet Elbe-Saale, Simon Locher aus Tettnang sowie Bartholomäus Obster, Karl Pichlmeyer, Ignaz Pöppel und Adolf Schapfl aus der Hallertau gewählt.