Waldumbau

Wald für morgen begründen

Pflanzaktion-Ammerland_LF
Ludwig Holly
am Mittwoch, 31.03.2021 - 05:08

Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber informierte sich bei Familie Pfatrisch in Ammerland, um sich ein Bild vom Waldumbau zu machen.

Es ist ein große Herausforderung für alle Waldbesitzer, ihre Wälder so umzubauen, dass sie im Klimawandel bestehen können. Doch dabei werden die Waldbesitzer in Bayern nicht allein gelassen. „Auch 2021 wird die Staatsregierung wieder rund 80 Mio. € aus Bundes- und Landesmitteln für die Unterstützung der Waldbesitzer bereitstellen. Damit machen wir auf dem Rekordniveau des vergangenen Jahres, von dem andere Länder nur träumen können, weiter“, sagte Forstministerin Michaela Kaniber.

Sie war zusammen mit Josef Ziegler, dem Präsidenten des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, und dem Leiter der Forstverwaltung, Hubertus Wörner, nach Ammerland in den Wald der Familie Pfatrisch gekommen, um sich ein Bild vom Waldumbau zu machen.

Die gesamte Familie packt mit an

Forstdirektor Christian Webert, Bereichsleiter Forsten am AELF Holzkirchen, sagte: „Sie sehen schöne Waldbilder und treffen einen sehr engagierten Waldbesitzer.“ Die Familie Pfatrisch bewirtschaftet einen Grünlandbetrieb mit Kälberaufzucht in Münsing. Um die 20 ha Wald kümmert sich mit viel Engagement Sohn Michael, der derzeit auch eine forstliche Ausbildung macht. Tatkräftig unterstützt wird er bei der Waldarbeit von seinem Vater Peter und seiner Mutter Annemarie, „die immer beim Pflanzen eifrig dabei ist“, wie Sohn Michael berichtete.

Forstministerin Michaela Kaniber dankte den Eltern, dass sie den Wald so ausgezeichnet gepflegt und in ihrem Sohn Michael die Liebe zum Wald geweckt haben. „Man spürt seine Leidenschaft, wenn er über den Wald spricht“, so die Ministerin.

Die Wiederaufforstung eindrucksvoll gezeigt

An einer kleinen Schadfläche, auf der vor zwei Jahren eine Windhose die Fichten geworfen hatte, wurde die geglückte Wiederaufforstung mit Weißtannen-Wildlingen aus dem eigenen Wald gezeigt. Die Pflanzen haben sich gut entwickelt und zeigten keinen Rehwildverbiss. Für angepasste Wildbestände sorgt Michael Pfatrisch, der selbst auf die Jagd geht. Revierleiter Sebastian Schlenz vom AELF Holzkirchen sagte: „Die Fichte wird hier nicht völlig verschwinden, aber sie bekommt mit der Weißtanne einen stabilen Partner zur Seite.“
Dass ausreichend Naturverjüngung hochkommt, wenn Altbäume auf der Fläche stehen und der Wildbestand stimmt, konnte an anderer Stelle gezeigt werden. Sie hat gegenüber einer Pflanzung Vorteile: Die kleinen Pflanzen sind an den Standort bestens angepasst und die Wurzelentwicklung ist besser, so dass sie Trockenzeiten besser überstehen können. Förster Schlenz erklärte: „Und wenn einmal ein größerer Schaden auftritt, dann hat man keine freie Schadfläche. Die Naturverjüngung ist wie ein doppelter Boden.“
Waldbesitzerverbands-Präsident Josef Ziegler dankte der Ministerin, dass die Politik in Bayern die Waldbesitzer mit zahlreichen Maßnahmen beim Waldumbau unterstützt. „Nur so können wir den Wald bei diesen großen Herausforderungen erhalten. Das ist enorm wichtig, denn er ist ein Multitalent für die Gesellschaft und Lebensgrundlage für den ländlichen Raum.“ Am Schluss dankte die Forstministerin und betonte: „Nur dort, wo alle Beteiligten, die Waldbesitzer, die Förster, die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse, die Jagdgenossen und die Jäger erfolgreich an einem Strang ziehen, kann die Mammutaufgabe Waldumbau gelingen.“