Waldbesitzer

Wälder weiterhin nutzen und pflegen

WBV Altmannstein 1
Helga Gebendorfer
am Mittwoch, 16.12.2020 - 09:11

Die Jahreshauptversammlung der WBV Altmannstein findet erstmals virtuell statt.

Zum ersten Mal ging die Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Altmannstein und Umgebung (WBV) virtuell über die Bühne. Vorsitzender Norbert Hummel, Geschäftsführer Josef Lohr und Kassier Konrad Kolbinger trafen sich dazu in der Geschäftsstelle.

„2020 ist geprägt von der Corona-Pandemie“, stellte Hummel fest. Nachfolgend nahm er die neue Fördermöglichkeit für Waldbesitzer in den Fokus und rief dazu auf, diese in Anspruch zu nehmen. Demnach beschloss die Bundesregierung im Juni ein Konjunktur- und Zukunftspaket, in dem auch der Bereich Forst und Holz mit einem Investitionsprogramm und Direktzahlungen an die Waldbauern eingeschlossen ist.

Anträge für Zukunftspaket bis Oktober 2021 stellen

Vorausgesetzt ist nach Hummels Worten der Nachweis einer nachhaltigen, zertifizierten Bewirtschaftung. „Als WBV-Mitglied erfüllen Sie automatisch diese Anforderung“, so der Vorsitzende, der betonte, dass der Antrag bis spätestens 31. Oktober 2021 eingereicht werden muss: online unter www.bundeswaldpraemie.de. „Interessenten müssen sich im Vorfeld bei der WBV melden, die das für die Antragstellung notwendige Zertifikat ausstellt“, erklärte er.
WBV-Geschäftsführer Josef Lohr blickte auf das vergangene Jahr. „2020 war sowohl für die Wälder als auch für die Waldbesitzer ein Jahr der Extreme“, fasste er zusammen. So erlebte Deutschland heuer das dritte Dürrejahr in Folge und vielerorts kamen die Forstbesitzer mit der Aufarbeitung der Borkenkäfer-Schadhölzer gar nicht hinterher. „Durch den Verfall der Holzpreise konnten die Einnahmen aus dem Holzverkauf die Aufarbeitungskosten in vielen Fällen nicht mehr decken“, beklagte Lohr.

Mit schlechten Rundholzpreisen zu kämpfen

Trotz der geringen Käferholzmengen in den Sommermonaten hatten die WBV-Mitglieder mit den deutschlandweit schlechten Rundholzpreisen zu kämpfen. „Diese wurden von der Sägeindustrie aufgrund des hohen Angebots und schlechter Sortierergebnisse auf einen historischen Tiefstand gedrückt“, bedauerte der Geschäftsführer.

Auf dem Schienenweg wurde und wird Schadholz in die Sägewerke der Region gebracht. Wintersturm Sabine führte im WBV-Gebiet zu Einzelwürfen, so dass am Jahresanfang rund 11 000 fm Holz vermarktet wurden. Insgesamt kam im Jahr 2020 nur eine Vermarktungsmenge von 36 600 fm Rundholz zusammen. „Das lag zum einen an den unwirtschaftlichen Preisen und zum anderen hatten wir unsere Waldbauern aufgrund des Überangebots zur Zurückhaltung beim Holzeinschlag gebeten“, informierte Lohr. Nach dem Einbruch des Frischholz-Preises ab Mai schrieb die WBV einen Brandbrief an den Bayerischen Landtag mit der Bitte, aufkommendes Schadholz staatlicherseits aufzukaufen und energetisch zu verwerten.

Aufforstung und Nachbesserung der Kalamitätsflächen

Zur Aufforstung und Nachbesserung der Kalamitätsflächen wurden insgesamt 63 250 Stück Laub- und 54 400 Stück Nadelholz gepflanzt. Derzeit betreut die WBV Waldpflegeverträge mit 1256 ha. Die Mitgliederzahl bezifferte Lohr auf aktuell 1961 mit 17 799 ha Fläche.

Dank steigender Schnittholzpreise wurden bei den Vertragsverhandlungen im November mit einigen Rundholzabnehmern die Konditionen verbessert. Bei allen Sortimenten sei im Moment ein Absatz gegeben. „Nutzen und pflegen Sie weiterhin Ihre Waldbestände – auch wenn wir derzeit keine Spitzenpreise erzielen“, meinte Lohr.
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