Tierseuche

Vogelgrippe: Stallpflicht im Landkreis Landsberg verfügt

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 05.01.2021 - 13:02

Die Vogelgrippe breitet sich in Bayern weiter aus. Jetzt wurde sie bei einem Schwan im Landkreis Landsberg festgestellt.

Schwan-Wasser

Gestern (4.1.) hat das Landratsamt Landsberg am Lech den Ausbruch der Hochpathogenen Aviären Influenza (Geflügelpest) bei Wildvögeln amtlich festgestellt. Bei einem an der Lechstaustufe in Apfeldorf tot aufgefundenen Schwan hatte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) das H5N8-Geflügelpestvirus nachgewiesen und anschließend durch das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt. Schon seit längerem grassiert das Virus in Norddeutschland.

Für sämtliche Geflügelhaltungen im Landkreis Landsberg gilt ab sofort die Stallpflicht. Der Leiter des Veterinäramtes, Dr. Michael Veith geht davon aus, dass sich das Virus bereits in der Umgebung ausgebreitet hat. Aus diesem Grund hat der Landkreis am seit gestern per Allgemeinverfügung eine kreisweite Stallpflicht für alle Arten der Geflügelhaltung verfügt. Diese gilt für gewerbliche Haltungen genauso wie für Hobbyhaltungen. Kontakte von Hausgeflügel mit Wildvögeln, insbesondere wildlebenden Wasservögeln, müssen unbedingt verhindert werden.“
 

Worauf Geflügelhalter jetzt achten müssen

Geflügelhalter sollten ihre Tiere möglichst in geschlossenen Ställen aufstallen. Wo kein Stall verfügbar ist, muss die Haltung mindestens unter einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung erfolgen, so Amtsveterinär Veith. Gitter oder Netze als Überdachung reichen nicht aus.
Futter, Wasser und Geräte, die im Geflügelbestand eingesetzt werden, dürfen nicht mit Wildvögeln in Berührung kommen. Außerdem ist auf eine strikte Zugangsbeschränkung zu achten. An den Eingängen zu den Geflügelhaltungen ist eine Schuhdesinfektion durchzuführen. Beim Betreten der Geflügelhaltung ist Schutzkleidung (einschließlich Stiefel) anzulegen, Einwegkleidung ist anschließend unverzüglich im Hausmüll zu entsorgen. Es ist eine Möglichkeit zum Waschen der Hände vor und nach Betreten des Stalles vorzusehen.

 

Was beim Auffinden verendeter oder erkrankter Wildvögel zu tun ist

Das Veterinäramt Landsberg bittet, verendete oder erkrankte Wildvögel nicht anzufassen und nicht mitzunehmen, sondern sich direkt an das Veterinäramt Landsberg, Telefon: 08191-129-1374 bzw. außerhalb der Dienstzeiten die Leitstelle Fürstenfeldbruck, Tel. 112 zu wenden. Zu melden sind verendete, verunfallte oder erkrankte Wasservögel jeder Art, außerdem Greifvögel, Eulen und Rabenvögel (einschließlich Elstern und Eichelhäher), außerdem Häufungen von Totfunden und Erkrankungen von Vögeln jeder Art.

Seit Ende September grassiert vor allem an der deutschen Nordseeküste, aber auch in anderen Teilen von Norddeutschland sowie an der niederländischen und belgischen Küste auf sehr dynamische Weise die Geflügelpest. Dabei zeichnen sich im Besonderen hohe Verluste bei wildlebenden Wasservögeln deutlich ab. Allein in Schleswig-Holstein wurden bis Weihnachten fast 16.000 tote und sterbende Wasservögel erfasst.

Bislang konnten die Virustypen H5N8 und H5N5 nachgewiesen werden. Der Virustyp H5N3 kommt neuerdings hinzu. In Norddeutschland kommt es außerdem vermehrt zu Seuchenausbrüchen in Hausgeflügelbeständen.

Weiter südlich gab es bisher nur wenige Einzelnachweise bei Wildvögeln am Niederrhein, in Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen und bei Passau. Aus der Lech- und Ammerseeregion liegen bisher keine weiteren Seuchenfeststellungen vor.

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