Seuchen

Vogelgrippe: Freisinger Veterinärin warnt vor Ausbreitung

Josef Koch
Josef Koch
am Samstag, 13.11.2021 - 09:18

Mit dem Ausbruch der Vogelgrippe im Landkreis Erding steigt die Gefahr in Oberbayern an.

Wildente

Nach einem Ausbruch der Vogelgrippe im Landkreis Erding (Eitting) bei einer Wildente ruft das Veterinäramt Freising alle Geflügelhalter im Landkreis Freising erneut zu größter Vorsicht auf. Denn die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI, Geflügelpest) wurde bereits in den Landkreisen Cham und im Nürnberger Land in Bayern nachgewiesen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) kam bereits im September zu dem Schluss, dass das Geschehen im Gegensatz zu früheren Einträgen nicht vollständig zum Erliegen gekommen ist. Das erneute Auftreten von HPAIV H5 in Deutschland im Laufe der Herbstmonate wurde daher als hoch eingeschätzt.

Das Freisinger Veterinäramt geht davon aus, dass noch in Bayern ankommende Zugvögel und bereits vorhandene, infizierte Wildvögel zu einer weiteren Ausbreitung in der bayerischen Wildvogelpopulation führen werden und somit das Risiko eines Eintrages in Nutz- und Wirtschaftsgeflügelbestände weiter zunehmen wird.

In Niedersachsen werden einige Landkreise eine Stallpflicht für Hausgeflügel anordnen, teilt das Landwirtschaftsministerium mit.

Sicherheitsmaßnahmen einhalten

Die Einhaltung der grundlegenden Biosicherheitsmaßnahmen nach der Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest (GeflPestSchV) ist daher von großer Bedeutung. Das Veterinäramt Freising fordert alle Geflügelhalter, auch Kleinst- und Hobbyhaltungen, hiermit auf, die eigenen Biosicherheitsmaßnahmen dringend zu überprüfen und falls erforderlich zu optimieren. Des Weiteren weist die Behörde darauf hin, dass Tierhalter grundsätzlich auf mögliche Erkrankungen ihres Geflügels zu achten haben und bei Auffälligkeiten in jedem Fall ein Tierarzt hinzuzuziehen ist.

„Aufgrund der dynamischen Entwicklung ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Monaten weitergehende Schutzmaßnahmen zum Schutz der Geflügelbestände getroffen werden müssen“, sagt Dr. Barbara Knauer-Kraetzl, Leiterin des Veterinäramts, beispielsweise erhöhte Biosicherheitsmaßnahmen oder Aufstallungspflicht. „Wir bitten alle Geflügelhalter, auch Kleinst- und Hobbyhalter, sich schon jetzt auf etwaige Schutzmaßnahmen, insbesondere die Möglichkeit einer tierschutzgerechten Aufstallung ihres Geflügels, vorzubereiten.“

Tipps für Hobbyhalter

Eine Broschüre mit Informationen zur Hobby-Hühnerhaltung, die wesentliche veterinärrechtliche Vorgaben für Privathaltungen sowie Informationen zur Hühnerhaltung und zur Früherkennung von Tierseuchen zusammenfasst, und auch auf Biosicherheit und Aufstallungspflicht eingeht, kann auf der Homepage des LGL abgerufen werden.

Vorsorglich fordert das Veterinäramt nochmals alle Geflügelhalter –auch Kleinstbestände – auf, ihre Tierhaltungen beim Landwirtschafts- und Veterinäramt sowie bei der Bayerischen Tierseuchenkasse anzumelden. Wer (Hobby-)Geflügelhalter ist, seine Tierhaltung jedoch bislang noch nicht beim Veterinär- bzw. Landwirtschaftsamt angezeigt hat, muss das umgehend nachholen. Bitte geben Sie dazu unter Telefon 08161/600-123 oder per E-Mail an veterinaeramt[at]kreis-fs.de Name, Adresse und Anzahl der gehaltenen Tiere an. Auch Kleinsthaltungen sind unbedingt zu melden.

Der Landkreis weist daraufhin, dass es eine Ordnungswidrigkeit ist, die Haltung von Hühnern, Enten, Gänsen, Fasanen, Perlhühnern, Rebhühnern, Tauben, Truthühnern, Wachteln oder Laufvögeln nicht anzuzeigen. Dies kann mit Bußgeld geahndet werden.

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