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Tag der Regionen

Verbraucher mit Bauern im Gespräch

Bauernhof
KLVHS Petersberg
am Dienstag, 29.10.2019 - 11:05

Am Tag der Regionen präsentieren sich drei Höfe.

Dachau - Über 100 Interessierte waren der Einladung gefolgt, am Tag der Regionen auf drei Höfen mit Landwirten ins Gespräch zu kommen. „Denn das Zuhören und das Gespräch sind unabdingbar für Verständnis und gemeinsame Lösungen,“ so Jürgen Bauer von der Katholischen Landvolkshochschule Petersberg zur Motivation der Veranstalter.

So unterschiedlich die Betriebe Hefele in Ainhofen, Moslhof in Kleinberghofen und Boschthof in Arzbach auch sind, gibt es doch Gemeinsamkeiten: alle drei produzieren Kartoffeln und wirtschaften ökologisch (der Moslhof nur auf einer Teilfläche), sie produzieren mehr Sonnenstrom als sie verbrauchen und sie betreiben einen Hofladen. Daneben vermarktet Konrad Hefele Eier, Nudeln, Kartoffeln und Fleisch über (Naturkost-)Einzelhändler in der engeren Region, Bernhardt Ruile beliefert überwiegend eine große Einzelhandelskette im Großraum München mit Kartoffeln und Anton Kreitmair ein Verarbeitungsunternehmen in Rain am Lech. Einig sind sich die drei auch darin, dass eine Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft ein Wachstum des Ökomarktes erfordert.

Auch wenn Kreitmair und Ruile Eingriffe des Staates in Agrarmärkte eher skeptisch sahen, ist der Verbraucher allein mit der Verantwortung für eine Agrarwende überfordert. Zu langsam und zu klein fielen dann die Veränderungen zu einer klimafreundlichen Land- und Ernährungswirtschaft aus, befürchtet Hefele. Schwierigkeiten bereiten da auch die Verarbeitungs- und Handelsstrukturen: solche, die den Bauern und den Verbrauchern Überblick, Transparenz und Mitgestaltungsmöglichkeiten bieten, sind Mangelware. So gebe es kein Unternehmen in Süddeutschland, das ökologisch erzeugte Kartoffeln abpackt.

Auch von staatlicher Seite fehle oft die Berücksichtigung kleinerer Strukturen, etwa die durch Düngeverordnung geforderte Ausbringtechnik sei teuer und für kleinteilige Betriebsstrukturen nicht angemessen, sagte Konrad Hefele. Fazit der Bauerngespräche: Für den Erhalt möglichst vieler Betriebe in Landwirtschaft und Ernährung gibt es also noch eine Menge zu tun.