Umwelt

Ureinwohner der Berge kehren zurück

Auswilderung des Bartgeiers
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Redaktion Wochenblatt
am Mittwoch, 16.06.2021 - 14:26

Im Nationalpark Berchtesgaden finden zwei Bartgeier eine neue Heimat. Sie sollen künftig ihre Kreise um den Watzmann ziehen.

Ramsau, Lkr. Berchtesgadener Land – Erstmals seit über 100 Jahren gibt es wieder Bartgeier in Bayern. Forstministerin Michaela Kaniber hat am Donnerstag gemeinsam mit Umweltminister Thorsten Glauber und Dr. Norbert Schäffer, dem Vorsitzenden des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), im Nationalpark Berchtesgaden zwei junge Bartgeier ausgewildert.

Mit dem Bartgeier kehrt ein imposanter Ureinwohner der Berge zurück in seine bayerische Heimat. Dies sei ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz, sagte Kaniber. 

Auch wenn man den Bartgeier früher Lämmergeier nannte, reißt er keine lebenden Tiere und ist daher auch keine Bedrohung für die Tierhaltung im Alpenraum“, sagte die Ministerin. Denn der Bartgeier ist trotz seiner beachtlichen Größe kein Beutegreifer, sondern ein reiner Aasfresser. Mit großer Freude hatte Staatsministerin Michaela Kaniber vor einem Monat die jagdrechtliche Auswilderungsgenehmigung ausgehändigt. Bis 2030 werden im Nationalpark nun jährlich zwei bis drei Jungvögel ausgewildert.

Die neue Heimat im Flug erkunden

Die ersten beiden Vögel, die künftig ihre Kreise um den Watzmann ziehen werden, kamen im März in einer internationalen Zuchtstation in Andalusien zur Welt. Mittlerweile bringen sie stattliche sechs Kilo auf die Waage und haben eine Flügelspannweite von fast drei Metern erreicht. In ihrem neuen Horst werden die beiden Jungvögel noch einige Wochen durch ein Auswilderungsteam des Landesbunds für Vogelschutz mit Unterstützung des Nationalparks Berchtesgaden betreut, bevor sie dann selbständig ihre neue Heimat im Gleitflug erkunden werden.

Für den Bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber ist die erste Bartgeierauswilderung in Deutschland ein ganz besonderes Ereignis an einem besonderen Ort: „Wir bringen den Bartgeier in die bayerischen Alpen zurück. Der Nationalpark Berchtesgaden ist für die Wiederansiedlung der Bartgeier in Bayern hervorragend geeignet."

Das bayerische Umweltministerium unterstütze das Projekt in den kommenden drei Jahren mit rund 610.000 Euro. Glauber erklärte: „Ich wünsche den beiden Bartgeiern Wally und Bavaria ein langes Leben. Sie werden einen wichtigen Beitrag leisten zur Stärkung der alpenweiten Bartgeierpopulation.“

Dieser Artikel entstand auf Basis einer Pressemitteilung des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums und des Bayerischen Umweltministeriums und mit Material von Philipp Seitz.