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Neues Zuhause gesucht

Update von Frank Beck und Kuh Vroni: Probewohnen in Marktschellenberg

Die beiden gibt es nur im Doppelpack: Frank Beck und Kuh Vroni suchen ein neues Zuhause im Berchtesgadener Talkessel.
Kilian Pfeiffer
am Donnerstag, 01.09.2022 - 11:54

Mehrere Interessenten haben sich inzwischen gemeldet, die ihm und seiner Lieblingskuh Vroni Wohnraum bieten wollen.

Grauvieh Vroni muss erst mal zuhause in Hessen bleiben. Ihr Besitzer Frank Beck schaut sich in Marktschellenberg nach einem neuen Zuhause für sie beide um.

So richtig glauben kann es Frank Beck eigentlich noch nicht: Sein Aufruf war von Erfolg gekrönt. Der Bauer aus dem mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf suchte im Wochenblatt Nr. 31 ein neues Zuhause für sich und seine Kuh Vroni. In wenigen Tagen geht es nun zum Probewohnen nach Marktschellenberg – wenn auch zunächst ohne Kuh.

„Das Bahnticket für den 8. September habe ich mir bereits gekauft”, frohlockt der 52-Jährige. Hin- und Rückfahrt, 137 €. Das 9-Euro-Ticket gilt im September ja nicht mehr. Becks Ziel ist der südöstlichste Teil Bayerns, Marktschellenberg. Auf seinen Aufruf hin hatte sich ein Hobbylandwirt von dort gemeldet, der Platz für Frank und Vroni hat. Zudem hat er Hühner, Ziegen und Pferde. Und eine alleinstehende 16-jährige Kuh, so wie Frank Beck. „Meine würde gut dazu passen”, meint er.

Becks Kuh Vroni, die er als Kälbchen bekam, ist mittlerweile 15 Jahre alt und sein ganzer Stolz. „Bis ans Lebensende” möchte er sich um das Tiroler Grauvieh kümmern – das hat er ihr versprochen. Der Umzug ins Berchtesgadener Land, ein lang gehegter Traum von Beck, kann also nur mit seiner Vroni stattfinden. In seiner Abwesenheit wird sich Frank Becks Vater um das Lieblingsrind kümmern. Die Strecke von Marburg über Kassel bis nach Freilassing nimmt er alleine auf sich. Am Bahnhof werde er abgeholt werden, erzählt er. Gemeinsam geht es dann weiter ins beschauliche 1800-Seelen-Dorf, wo er „ein paar Tage probewohnen” darf.

Am Telefon hatten sich Beck und der Marktschellenberger Landwirt bereits gut verstanden. Nun wird sich der 52-Jährige das – möglicherweise – neue Zuhause genauer anschauen. Er wird auch den Stall von Vroni begutachten. Und auf dem Hof mal anpacken müssen, ist er sich sicher.

Auch eine Frau aus Bad Reichenhall und ein weiterer Landwirt aus dem Berchtesgadener Talkessel haben sich mit Frank Beck in Verbindung gesetzt und ein Kennenlernen signalisiert. Das wird auch erfolgen. Sogar aus Österreich hatte sich eine Frau gemeldet, mit einem reizvollen Angebot, „denn sie hat selbst Tiroler Grauvieh im Stall“, sagt Beck, „das mag ich besonders“. Ein Neustart in seiner Lieblingsregion: „Ich hoffe, dass es funktioniert.”