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Unwetter

Unwetter: Ein Schadens-Hotspot ist die Hallertau

Hagelschäden in Hopfen
Barbara Höfler
am Dienstag, 21.06.2022 - 15:17

Besonders betroffen von dem Gewittersturm, der am Montagnachmittag und -abend über Teile Bayerns hinwegfegte, ist die Holledau.

Stark betroffen sind viele Landwirte in Pfaffenhofen und Freising. Hopfengärten seien dort „teilweise komplett kaputt“, berichtet Gerhard Stock, Geschäftsführer des Kreisverbandes. Zum Teil „sehr stark in Mitleidenschaft“ sind demzufolge auch Mais und Getreide auf den Feldern sowie Wald. Auch etliche Bäume an Straßenrändern stürzten.

Wind und Hagel verwüsten Nutzflächen

Richtung Nandlstadt und Moosburg kam zum Wind noch Hagel, der landwirtschaftlichen Nutzflächen zusetzte, in einzelnen Fällen bis hin zum Totalschaden, wie der Freisinger Kreisobmann Georg Radlmaier sagt. Ersten Schätzungen von Josef Wimmer zufolge, dem Schadenseinsatzleiter der Allianz Agrar, zufolge sind in den am stärksten betroffenen Landkreisen Freising und Pfaffenhofen zwischen 1500 und 2000 ha Hopfen geschädigt.

Wimmer betreibt in der Hallertau selbst auf 32 ha Hopfengärten. „Davon sind fünf Hektar heil geblieben, zehn Hektar ganz kaputt und der Rest zwischen vierzig und siebzig Prozent geschädigt“, sagt er. Am Donnerstag soll mit der Schadensregulierung begonnen werden. Bis zu zehn Zwei-Mann-Teams werden Wimmer zufolge bis zu zwei Wochen damit beschäftigt sein.

Gewittersturm wütete nur in schmalen Fenstern

Der Gewittersturm wütete nur in schmalen Fenstern, nicht flächendeckend. Nicht betroffen war etwa Oberding, in Freisings Nachbarlandkreis Erding, wo am Abend unbeschadet die Kreisversammlung des BBV im Bierzelt der Oberdinger Festwoche stattfinden konnte. Von dort war, nach letzten Vorbereitungen, gegen 16.15 Uhr der Freisinger Geschäftsführer Gerhard Stock noch einmal heim nach Sillertshausen in der Gemeinde Au aufgebrochen. „Eigentlich wollte ich um 18 Uhr wiederkommen“, erzählt er. Aber das habe er nicht mehr geschafft. Stock fuhr „mitten ins Gewitter“ hinein, sagt er. Auf halbem Weg musste er anhalten, weil plötzlich keine Sicht mehr war. „Das war ein Wirbelsturm, sowas hab ich noch nie gesehen“, sagt er.

Bei Stock riss der Sturm Dachplatten vom Wagengebäude und der ehemaligen Hopfentrocknung. In seinem Wald legte der Wind nach erster Schätzung bis zu 100 Kubikmeter Holz um. Den Wald hatte Stock nach einem Windwurf im Februar vor zwei Jahren gerade erst wieder borkenkäferfrei bekommen. „Aber man muss froh sein, wenn man keine Personenschäden hat“, sagt er. Im Landkreis Freising kam beim Sturm ein Mensch ums Leben, ein zweiter war bis Dienstag Vormittag noch vermisst.