Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Unterstützung

Ukraine-Krieg: Bayerische Milch hilft

Friedensdemo Ukraine
Philipp Seitz
Philipp Seitz
am Donnerstag, 03.03.2022 - 13:40

In der Ukraine soll vielerorts die Logistik zusammengebrochen sein und Lebensmittel werden knapp. Auch für Bayern hat das Folgen.

Piding - In der Ukraine spitzt sich die Situation zu: So befürchten mehrere Experten, dass sich der Krieg auch auf die Lebensmittelpreise in Europa auswirkt. Der Europaabgeordnete Martin Häusling (Bündnis 90/Die Grünen) verwies gegenüber der ARD darauf, dass die Ukraine und Russland entscheidende Produzenten beim Weizen für den Weltmarkt seien. "Insgesamt haben beide Länder fast 30 Prozent des Exportvolumens beim Weizen weltweit", sagt Häusling. Das könnte Auswirkungen auf die Weltagrarmärkte haben.

Agrarminister Cem Özdemir teilte am Mittwoch mit, dass die Versorgung innerhalb der EU mit Weizen aber nicht gefährdet sei. Aus der Ukraine stammen nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums vier Prozent der weltweiten Weizenexporte. Aufgrund der gestiegenen Energiekosten sei auch mit Preissteigerungen bei Agrarrohstoffen und Düngemitteln zu rechnen, räumte Özdemir ein. Diese Preissteigerungen könnten auch bei den Verbrauchern an der Supermarktkasse im Lebensmitteleinzelhandel ankommen.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlichte folgendes Posting dazu auf dem digitalen Netzwerk Twitter:

Lage in der Ukraine spitzt sich zu

Viel dramatischer ist die Situation in der Ukraine. Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew in der Ukraine, macht sich ernsthafte Sorgen um die Versorgung der örtlichen Bevölkerung. Die Logistik sei zusammengebrochen, sagte der ehemalige Profiboxer Klitschko, der 2014 zum Bürgermeister von Kiew gewählt worden war, gegenüber dem Fernsehsender "Bild". Die nächsten Tage werde es nach seiner Aussage eng mit Lebensmitteln und Medikamenten. Viele Versorgungswege in die Stadt Kiew seien versperrt. Vor den Supermärkten in Kiew haben sich, wie in den digitalen Medien veröffentlichte Bilder zeigen, lange Warteschlangen gebildet. Die Regalreihen in den Supermärkten sind teilweise leer.

Die Molkerei Berchtesgadener Land will deshalb helfen - und schickte am Donnerstag spontan tausende Liter Milch auf den Weg. Wie die Molkereigenossenschaft Berchtesgadener Land dem Wochenblatt sagte, wurde ein LKW samt zwei Fahrer kostenfrei zur Verfügung gestellt, um in Oberbayern gespendetes Verbandsmaterial und Medikamente für die Ukraine zu liefern. Hinzu kommen 25.000 Liter H-Milch, welche die Molkerei spendete. Die Hilfsgüter und hunderten Milchpackungen sollen zunächst nach Polen geliefert werden, wie eine Sprecherin der Molkerei erklärte.

Molkerei Lastwagen

Die Fahrer Roland Aicher und Günter Keilhofer, beide erfahren durch zahlreiche Auslandstouren, erklärten sich nach Angaben der Molkerei sofort bereit, den Transport zu übernehmen. Zu zweit fahren sie die Hilfsgüter und Milchkartons nun ins 1300 Kilometer entfernte Warschau, wo die Lieferung am Freitagmittag von Hilfsorganisationen vor Ort übernommen werden soll.

Wie die Molkerei dem Wochenblatt auf Anfrage mitteilte, werden die Hilfsgüter und die hunderten Milchpackungen anschließend von der orthodoxen Kirche weiterverteilt. Sie sollen den Menschen in der Ukraine helfen. Wohin die Milch dann genau geliefert wird, soll vor Ort entschieden werden, um den Menschen schnell und wirksam helfen zu können.

Der Bayerische Bauernverband rief in einer Mitteilung dazu auf, die Menschen in der Ukraine zu unterstützen. Aktuell sei das ukrainische Volk vor allem auf Solidarität und Hilfsbereitschaft angewiesen, sagte Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl. Der Verband appellierte an alle Bäuerinnen und Bauern im Freistaat, nach Möglichkeit hierzulande Unterkünfte vor allem für geflüchtete Frauen und Kinder bereitzustellen und sich mit Spenden an anerkannte Hilfsorganisationen zu wenden.