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Hackschnitzel

Trocknung mit Sonnenenergie

Führung
Alfred Schubert
am Montag, 25.11.2019 - 13:10

Bei einer Führung durch die Hackschnitzelhalle in Achrain konnten sich die Mitglieder ein Bild davon machen.

Murnau/Lks. Garmisch-Partenkirchen - Ein Jahr nach Baubeginn der Hackschnitzelhalle in Achrain bei Murnau hatte die Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach ihre Mitglieder eingeladen, sich die Halle anzuschauen. Das Besondere ist nicht Halle, sondern die integrierte Trockungsanlage, die mit Sonnenenergie betrieben wird.

Der Geschäftsführer der Bäuerlichen Hackschnitzel-Liefer-Gesellschaft (BHLG) Georg Miller gab den 30 Waldbauern einen kurzen Überblick über den Bau: „Am 1. Dezember 2018 war Baubeginn, am Karsamstag 2019 lief die Trockung an.“ In der ersten Sommersaison lief die Trockung, die mit Warmluft aus einer 240 m2 großen luftgefüllten Kollektorfläche auf dem Süddach arbeitet, immer dann, wenn diese die Luft um mindestens vier Grad erwärmen konnte. Gerade als Miller dies am dem diesigen Novembernachmittag gesagt hatte, schaltete die Anlage ab – vorerst. Bisher konnten laut Miller 2200 m3 Hackschnitzel getrocknet werden.

Die Halle erfüllt laut Miller mehrere Zwecke: Zum einem können in den drei Bunkern 5000 Schüttraummeter Hackschnitzel gelagert werden, so dass auch bei extremer Kälte die acht Abnehmer, die Heizungen im Leistungsspektrum von 80 Kilowatt bis ein Megawatt betreiben, zuverlässig beliefert werden können.

Hinzu kommt noch die Wertschöpftung durch die Trockung. Wenn die Hackschnitzel auf zehn bis zwölf Prozent Feuchtigkeit heruntergetrocknet werden, steigt ihr Heizwert gegenüber den üblichen Hackschnitzeln um bis zu 25 %.

Dies ist ein echter Energiegewinn, weil die zur Trocknung benötigte Energie von der Sonne kommt. Die aus Blech und Glas bestehenden Kollektoren liefern bei voller Sonneneinstrahlung 700 W/m2, haben also eine maximale Wärmeleistung von knapp 170 kW.

Nur der Strom für die Ventilatoren wird derzeit noch zugekauft. Aber bereits nächstes Jahr soll eine Photovoltaikanlage aufs Dach gebaut werden, deren Strom direkt zum Antrieb der Ventilatoren verwendet wird.

Laut dem Leadermanager der Zugspitz-Region Martin Kirner wurde das Projekt aufgrund seiner innovativen Technik gefördert. Die Fördersumme habe 144.000 € betragen. Die Gesamtkosten des Projekts lagen laut Miller bei „knapp 500.000 Euro“.