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Tragödie

Tragische Szenen: Jungrinder stürzen von Alm

Rinderabsturz_1
Philipp Seitz
Philipp Seitz
am Freitag, 10.06.2022 - 11:19

Im oberbayerischen Schleching sind neun Jungrinder von der Zellerwand in den Tod gestürzt. Offenbar waren die Tiere in Panik geraten.

München/Traunstein Neun Jungrinder sind von der Zellerwand im oberbayerischen Schleching (Lks. Traunstein) in den Tod gestürzt. Die Tiere sind, wie deren Besitzer Hannes Hörterer sagte, bis zu 80 Meter tief gefallen. Offenbar waren die Tiere zuvor in Panik geraten. Wie Hörterer gegenüber dem Wochenblatt sagte, haben die Jungrinder laut Hörterer drei Stacheldrahtzäune niedergerissen. Dann seien sie die 50 bis 80 Meter hohe Felswand herabgestürzt. Das tragische Unglück sei nicht nur eine betriebliche Katastrophe, sondern auch eine emotionale Belastung für die gesamte Familie. 

Hörterer vermutet, dass die Jungrinder vor einem Wolf geflohen waren. Erst am Pfingstmontag waren die Jungrinder auf die Niederalm gebracht worden. Am Mittwoch vermisste sie Hörterer und fand die abgestürzten Rinder. Für den CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Steiner ist der Sturz der neun Jungrinder „ein verheerendes Signal für die Almbauern“. Es stehe noch nicht mit letzter Sicherheit fest, dass ein Wolf die Tiere derart in Panik versetzt hat, aber laut Steiner würden viele Indizien dafür sprechen. Es habe in der Woche zuvor auch eine Wolfssichtung in Grassau gegeben, sagt Steiner. Unabhängig davon zeige der Vorfall, so der Abgeordnete, „wie sinnlos und praxisfremd“ die Diskussionen um Schutzmaßnahmen seien.

Fakt sei auch, wie Steiner sagt, dass die Rinder „allein durch das Auftauchen von Raubtieren derart in Panik versetzt werden, dass es in Folge dann zu solch dramatischen Vorfällen kommt“. Zäune aller Art seien dann für die Tiere kein Hindernis mehr. Diese Tatsache, werde in öffentlichen Diskussionen gar nicht berücksichtigt. „Wir brauchen ein besseres Infosystem bei der Sichtung von Wölfen um unsere Landwirte entsprechend zu warnen“, betont Steiner. Es dürften nicht ständig an den Praktikern, den Tierhaltern und Almbauern vorbei theoretische Diskussionen geführt werden.

Wie Steiner betont, gehe es jetzt darum, dem Landwirt bei der Kostenfrage für die zwei Hubschrauber, die die Tiere bergen mussten, zu helfen. Eines der Tiere musste, wie der Abgeordnete erklärte, aus der Felswand geborgen werden.