Jahreshauptversammlung

Tiefst- und Höchstpreis in einem Jahr

Vorstandschaft FBG Eichstätt
Helga Gebendorfer
am Donnerstag, 16.09.2021 - 15:02

Die Forstbetriebsgemeinschaft Eichstätt zog eine Bilanz der Extreme. Kritik gibt es an der Waldprämie als politische Maßnahme.

Preith/Lks. Eichstätt „Wir leben in verrückten Zeiten“, stellte der Vorsitzende Johann Stadler fest, der die Gäste zur Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Eichstätt (FBG) in der Holzhackschnitzel-Halle in Preith begrüßt hatte. Die Waldbauern müssten derzeit unter schwierigen Bedingungen wirtschaften, so Stadler.

Er führte den Klimawandel an, dessen Auswirkungen die Land- und Forstwirte als erste Betroffene ratlos machen und übte Kritik an der Waldprämie als politischer Maßnahme: „Verteilt man hundert Euro auf einem Hektar Wald, wird man sie nicht mehr finden.“ Die Europäische Waldstrategie bezeichnete Stadler als Gründer-Deal auf dem Rücken der Waldbesitzer, der unter anderem zum Verbot der Holzverbrennung führe. Die im Frühjahr beschlossene Holzeinschlagsbeschränkung war für ihn schlicht „das falsche Signal, vor allem zur verkehrten Zeit“.

Enttäuscht über Ergebnis des Bürgerentscheids

Zum Schluss widmete sich der Vorsitzende noch der „unendlichen Geschichte des Heizkraftwerkes Ingolstadt“, für das die FBG ein klares Bekenntnis abgelegt, die Köschinger Bevölkerung es jedoch im Bürgerentscheid abgelehnt hatte. Ein Verhalten, das Stadler „gesellschaftliches Pharisäertum“ nannte: Ständig über die Notwendigkeit einer Energiewende zu diskutieren, aber vor der eigenen Haustüre eine Vollbremsung hinzulegen.

„Hinter uns liegt ein hartes Jahr“, berichtete auch Geschäftsführer Thomas Aukofer. Demnach konnten alle Holzsortimente vermarktet werden, doch es wurden nicht annähernd die Preise erzielt, die notwendig gewesen wären. Es galt große Käfer- und Schadholzmengen zu verkaufen, was die Holzindustrie ausgenutzt habe.

Nach einem historischen Tief von unter 50 € sprang der Preis ab November bis auf 110 €. „Innerhalb eines Jahres hatten wir den tiefsten und höchsten Holzpreis, den es in der Vereinsgeschichte jemals gegeben hat“, so Aukofer. Seiner Einschätzung zufolge bleibt die Preisentwicklung beim Leitsortiment Fichten-Fixlänge bis etwa Jahresende bei rund 100 €/fm mit fallender Tendenz. Für die Laubholzsaison erwartet er stabile bis leicht steigende Preise.

Die FBG zählt derzeit 2338 Mitglieder mit einer Waldfläche von 17 291 ha. Im Jahr 2020 wurden 68 000 Einheiten vermarktet: 41 000 fm Fichte, 1500 fm Kiefer, 1450 fm Buche, 2800 fm Buche IL, 3200 rm Papierholz/Stecken, 2510 rm Spanholz und Fichten-Brennholz sowie 14 500 srm Hackschnitzel. Über 900 Mitglieder nahmen die Förderung insektizidfreier und waldschutzwirksamer Borkenkäfer-Bekämpfung mit in Anspruch. Für 3805 ha stellten 2371 Berechtigte Antrag auf die Waldprämie.

Bei den Neuwahlen bestätigten die Mitglieder Stadler als Vorsitzenden, Franz Mayer als 1. Stellvertreter und Christian Müller als 2. Stellvertreter auf weitere fünf Jahre im Amt.