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Leonhardi-Ritt

Strahlende Prozession für den Viehpatron

In Murnau feier Ross und Reiter, Bauern mit Prachtgespannen und Vereine in festlicher Tracht nach zäher Corona-Pause den Ehrentag des Hl. Leonhard. Tausende säumen die Straßen. Die Kulisse für diesen Umzug zu Ehren des Schutzheiligen des Viehs hätte schöner nicht sein können.

am Montag, 07.11.2022 - 14:43
Der Wagen mit den Frauen aus Eschenlohe wurde von Klemens Oswald gefahren.
Ross und Reiter ehrten in Murnau den Heiligen Leonhard.
Prächtige Szenenwagen mit z.B. Kirchenmodellen, wie dem aus Ohlstadt, waren zu bewundern.
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Für den eingefleischten, jungen Rosserer Florian Schmid aus Uffing ist die Leonhardi-Fahrt das Highlight des Jahres.
Hl. Leonhard bitte für uns: Eine Statue des Schutzpatrons fuhren die Mangolds aus Unterammergau.
59 prächtige Pferdegespanne waren bei schönstem Novemberwetter in Murnau an Leonhardi zu sehen.
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Starke Leistung der Zugtiere.
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Georg und Hans Holzer führen den Wagen mit den Frauen aus Oberhausen.
Die Percheron-Rösser der Augustiner Brauerei hatten die Stadtkapelle Murnau im Gepäck.
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Auch die Jungend rückte am Leonhardi-Festtag fleißig mit aus.
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Für den guten Klang sorgten zahlreiche Musikkapellen.
Die Wetzstoamacher aus Ohlstadt waren ebenfalls mit von der Partie.
Aufwendig verzierte wagen und festlich gekleidete Frauen in Tracht und mit Fuchs. Der darf traditionell beim Leonhardi nicht fehlen.
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Die Fürbitte und der Dank für den Schutz von oben standen zweifelsfrei im Mittelpunkt der Prozession.

Bilderbuchwetter und Bilderbuchkulisse

Von den Musikkapellen aus Eschenlohe, Großweil, Söchering oder Habach, den vielen Vereinen aus Ohlstadt, bis hin zu den ortsansässigen Schäfflern, die knapp 60 Kutschen und Truhen- und Motivwagen bei der prächtigen Leonhard-Prozession in Murnau waren bis auf den letzten Platz besetzt. Das klirren der Rossschellen, die schneidige Blasmusik, das festliche Trachtengewand, die traumhafte Bühne des Marktes im Lks. Garmisch-Partenkirchen mit angeschneitem Bergpanorama - und über diesem Bilderbuch-Bayern ließ Petrus nach mystischem Morgennebel und zapfigen Temperaturen pünktliche die Sonne scheinen - nicht nur den Rosserern ging da das Herz auf.

Rosser aus Leidenschaft

Die Straßenränder waren von unzähligen Schaulustigen aus Nah und Fern gesäumt. Mit stolz lenkte der 20-jährige Flori Schmid aus Uffing den Vierspänner mit den Schalkfrauen aus Uffing. Tags zuvor war er schon in Schongau im Einsatz und am Montag dann in Bad Tölz. „Für mich ist das das absolute Highlight im Jahr“, sagt er dem Wochenblatt.

Auch Familie Holzer aus Diemendorf lässt keinen Murnauer Leonhardi aus. Sie fuhren den Truhenwagen mit den Frauen aus Oberhausen. „Nach der Coronaopause tut es so gut, wieder mit den Leuten zusammenzukommen und die Tradition hochzuhalten“, betont Georg Holzer.

Ein besonderer Augenschmaus waren natürlich auch die Szenenwagen mit z.B. den Wetzstoamachern oder die vielen Kirchen, Heiligenstatuen, Votivtafeln oder einer Almlandschaft. Am gleichen Tag fanden übrigens beispielsweise auch die Wallfahrten in Rottenbuch oder die Älteste in Kreuth statt.