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Hopfenmarkt

Stabile Marktaussichten für Hopfen

Hopfenpflanzerverband
Helga Gebendorfer
am Freitag, 10.12.2021 - 10:04

„Wir können zufrieden sein mit der vergangenen Hopfensaison“, lautete die Bilanz 2021 von Präsident Adolf Schapfl auf der digitalen Mitgliederversammlung des Hopfenpflanzerverbandes Hallertau.

Wolnzach/Obb. - Auch wenn die Wetterkapriolen den Pflanzern Probleme bereiteten, konnte eine gute Ernte eingefahren werden. Bei seinem Rückblick zeigte Schapfl auf, dass 2021weltweit 62 600 ha Hopfen angebaut wurden. Die Erntemenge betrug 129 000 t mit 14 100 t Alphasäure. „Die Fläche reicht, dass alle Brauereien versorgt werden können, und die Ernte fiel sehr gut aus. Wir haben noch nie so viel Alphasäure eingebracht und damit einen Rekordwert erzielt.“

Die bedeutendsten Hopfenanbau-Länder sind die USA mit 52 000 t Hopfen und 5600 t Alphasäure sowie Deutschland mit 47 500 t Hopfen und knapp 6200 t Alphasäure. In Deutschland macht alleine die Hallertau 41 000 t aus, gefolgt von Elbe-Saale mit 3200 t, Tettnang mit 2700 t und Spalt mit 800 t.

Aromasorten und auch die Hochalphasorten mit guten Ergebnissen

Beim Blick auf die einzelnen Sorten meinte Schapfl: „Wir können recht zufrieden sein. Die wichtigen Aromasorten und auch die Hochalphasorten zeigten ein hervorragendes Ergebnis.“ Beim „Herkules“ wurden in Deutschland über 20 500 t Hopfen geerntet. Erfreulich lief es auch bei den Alphasäurewerten, die bei allen Sorten über dem Fünf- bzw. Zehnjahresdurchschnitt lagen. Davon erzielte „Herkules“ 3778 t – ein gigantisches Resultat. „Die Marktaussichten bei den bedeutendsten Sorten sind stabil“, erklärte der Präsident.

Nach Auskunft von Schapfl sind aktuell zehn Betriebe vom Citrus-Bark-Cracking-Viroid betroffen. Auf rund 90 ha wurde das CBCVd nachgewiesen, wobei die Befallstärke der Flächen sehr unterschiedlich ist. Seit heuer läuft ein vom Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung finanziertes Forschungsprojekt „HopfenViroid“ mit der Universität Hohenheim dem Julius-Kühn-Institut und der Hopfenverwertungsgenossenschaft (HVG).
Stellvertretender Vorsitzender Karl Pichlmeyer teilte mit, dass 2020 insgesamt 879 Betriebe (-7) auf 17219,14 ha Hopfen anbauten. 815 (+1) von ihnen mit 16302 ha gehören dem Verband an, was einen Organisationsgrad der Betriebe von 92,7 % und in der Fläche 94,7 % ergibt.
Magdalena Wurmdobler gab einen Überblick über die Pflanzenschutzmittel-Situation. Demnach bestehen seit 2019 Indikationslücken für die Bodenschädlinge Liebstöckelrüssler, Drahtwurm und Erdfloh. Für die Bekämpfung von Hopfenblattlaus, Gemeine Spinnmilbe, Peronospora Primarinfektion und Sekundärinfektion sowie Echten Mehltau müssen die Hopfenpflanzer mit den zugelassenen Präparaten auskommen, wobei diese immer knapper werden. Beim Hopfenputzen sind nur noch Produkte zugelassen, die in Kombination mit Stickstoff einsetzbar sind. Dies ist problematisch im Hinblick auf die Verschärfung der Düngeverordnung.

Normales Jahr in Sachen Pflanzenschutz

„Das Hopfenjahr lief in Sachen Pflanzenschutz und Saisonarbeitskräfte einigermaßen normal und die Ernte fiel gut aus“, sagte der scheidende Geschäftsführer Otmar Weingarten. Er hoffte, dass es aufgrund Corona nicht noch einmal zu Einbrüchen innerhalb der Brauwirtschaft kommt, die sich auch auf das Hopfenmarktgeschehen auswirken könnten.

Sein Nachfolger Dr. Erich Lehmair informierte, dass aus dem Beirat angeregt wurde, die in der Pflanzerschaft heiß diskutierte Alpha-Untersuchung zu überprüfen. „Wir versuchen, Antworten auf offene Fragen zu finden, und werden nach bestmöglichen Lösungen für die Hopfenbauern suchen“, versicherte er.
Der stellvertretende Geschäftsführer Gabriel Krieglmeier berichtete über die NQF-Bilderkennung als Projekt vom Hopfenring, wobei eine Kamera mit künstlicher Intelligenz die richtige Einstufung bei der Hopfenbonitierung erkennt. Nach drei Jahren Einsatz sei festzustellen, dass deren Noten mit den menschlichen Noten übereinstimmen. „Insgesamt erwarten alle Beteiligten eine gute Kalibrierung und dadurch die Praxistauglichkeit.“ Zudem machte Krieglmeier auf die Erhöhung des Mindestlohns der Saisonarbeitskräfte, das Investitionsprogramm Landwirtschaft sowie die Kartierung der Gewässerrandstreifen aufmerksam.