Seuchen

Schweinepest: Jäger sollen Verdacht sofort melden

ASP-Vormarsch-Sauerlach_sas
Ludwig Holly
am Montag, 20.04.2020 - 09:34

ASP: Dr. Johann Marx sieht Landkreis München für möglichen Ernstfall gerüstet

Sauerlach/Lks. München „Afrikanische Schweinepest (ASP) im Vormarsch“ lautete der Titel einer Informationsveranstaltung, zu der Dagmar Wagner, Geschäftsführerin der BBV-Geschäftsstelle München, über 100 Teilnehmer begrüßen konnte.
Landwirte, Jäger und Förster aus dem Bereich der BBV-Kreisverbände München, Ebersberg, Bad Tölz und Miesbach waren gekommen, um aktuellen Informationen über die ASP und die möglichen Auswirkungen auf landwirtschaftliche Betriebe mit und ohne Schweinhaltung zu bekommen.

Aktuelle Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest

Über die Herkunft und die aktuelle Verbreitung der ASP, mögliche Szenarien mit Restriktionszonen und Auflagen, besonders in Hinblick auf Tierverbringung und Handel mit Heu, Stroh, Getreide und Milch berichtete Andreas Tyroller, Referent an der BBV-Hauptgeschäftsstelle Oberbayern.

Er sehe in der drastischen Reduzierung der weiterhin ungebremst ansteigenden Bestandesentwicklung von Wildschweinen die entscheidende Maßnahme zur Verringerung der Seuchengefahr durch die ASP. Tyroller forderte daher die Landwirte und Waldbesitzer auf, selbst stärker tätig zu werden, „denn die Anpassung der Wildbestände an die Landeskultur ist Sache der Eigentümer als Inhaber des Jagdrechts.“
Einen Überblick über das, was Schweinehalter berücksichtigen müssen, gab Amtstierarzt und Leiter des Veterinäramts am Landratsamt München, Dr. Johann Marx. Er bezeichnete es als wichtig für die Prophylaxe, die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. „Das Landratsamt ist für den Ernstfall gut gerüstet. Die Jäger sollen den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern jeden Verdacht sofort melden“, sagte Marx. Schutzmaßnahmen vor einem ASP-Ausbruch bezeichnete er als eine Daueraufgabe, die folgendes umfasse:
  • Verhinderung des Einschleppens durch Information,
  • eine Früherkennung durch Beprobungen bei Wild- und Hausschweinen,
  • das Verhinden der Weiterverbreitung der Seuche und
  • die Vorbereitung der Veterinärverwaltung auf den „Ernstfall“.

Restriktionen, Auflagen und Maßnahmen

Über die Restriktionen, Auflagen und Maßnahmen bei einem ASP-Ausbruch berichtete Dr. Franz Xaver Kronthaler, Leiter des Sachgebiets Tierseuchen am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Abschließend gab Erik Kunert von der BBV Service Versicherungsmakler GmbH in München einen Überblick, wie die Landwirte finanzielle Folgen durch die ASP absichern können.