Historie

Sagenumwobene Gestalt

Anja Kersten
am Dienstag, 16.06.2020 - 08:36

Auf dem Grab von Katharina Lichtenstern ist zu lesen, dass sie „von Gott mit besonderen Gnaden ausgestattet“ war.

Wohltätige

Zum Gedenken an Katharina Lichtenstern: Auf dem alten Friedhof in Landsberg ist die Bäuerin Katharina Lichtenstern begraben. Schnitzspuren an dem Holzkreuz zeigen, dass Gläubige zu ihrem Grab gegangen sind und von dort Holzsplitter mitgenommen haben. Angeblich, so erzählt ihr Nachfahre und Landwirt Karl Wallner, soll der Splitter vor allem gegen Zahnschmerzen geholfen haben. Noch heute kann man auf ihrem Grab auf einem Kreuz die Inschrift lesen, dass sie „von Gott mit besonderen Gnaden ausgestattet“ war. Das Holzkreuz musste durch die Abnützung der als wundertätig geltenden Splitter mehrmals erneuert werden.

Geschichten Ranken um die Person

Bis heute erzählt man sich Geschichten über die Bäuerin Katharina Lichtenstern, die gottselige Bäuerin genannt wurde, und bis zu ihrem Tod 1736 mit ihrem Mann und ihren Kindern auf diesem Hof lebte. Katharina Lichtenstern ist als fleißige und arbeitssame Bäuerin und überaus fromme Frau bekannt, die streng gefastet habe und beinahe beständig einen Bußgürtel trug.

Bekannt wurde sie über die Stadt Landsberg und sogar über den Landkreis hinaus durch ihre visionären Erscheinungen, in dem sie das Jesuskind in ihrem Herzen sah. Weitererzählt wurde unter den Menschen aber auch Legenden, dass Engel der Bäuerin beim Küchlebacken geholfen hätten und das Essen auf wunderbare Weise fertig war, wenn sie nach Ansicht ihres Mannes zu viel Zeit in der Kirche verbracht hätte. Zeitweise wurde sie deshalb im Volk wie eine Heilige verehrt. Familie Wallner bewohnt heute das Haus, in dem auch Katharina Lichtenstern lebte und wirkte. Ihr Betrieb wurde im Wochenblatt vorgestellt. Ein Bild von Katharina Lichtenstern erinnert im Haus stets an die bedeutende Vorfahrin.

Auch im näheren Umkreis kann man noch einige Öl- und Hinterglasbilder von der „gottseligen Bäuerin“ finden.