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Kampagne

Rücksicht macht die Wege breit

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Ludwig Holly
am Donnerstag, 03.06.2021 - 09:59

Die Bezirksgruppe Oberbayern des BBV und die Stadtgüter München starten eine besondere Aktion. Sie soll für Miteinander werben.

Gut Delling, Seefeld/Lks. Starnberg Zugeparkte Feldwege, auf Wiesen und an Ackerrändern abgestellte Fahrzeuge, zertrampelte Wiesen, Mountainbiker auf Almwiesen und überall Müll. Die Pandemie hat aufgezeigt, dass Konfliktpotenzial entsteht, wenn Bürgerinnen und Bürger der unaufhörlich wachsenden Landeshauptstadt München massenweise in die begrenzten Erholungs- und Ausflugsflächen im Alpenvorland strömen.

Dass Städter in großer Zahl ins Umland drängen und Erholung in der Natur suchen, gerade jetzt in den Zeiten des Lockdown, ist mehr als verständlich. Doch die Spaziergänger, Radfahrer und Hundehalter bewegen sich in ländlichen Gebieten, die in erster Linie landwirtschaftlich genutzt werden.

Das teilweise rücksichtslose Verhalten einiger Ausflügler erschwert die Arbeit der Bauern ungemein und ist eine starke Belastung für sie sowie für Natur und Umwelt. Auf der anderen Seite ärgern sich die Erholungsuchenden über die Landwirte mit ihren großen Schleppern auf engen Feldwegen und verstehen nicht, dass diese auch am Sonntag unterwegs sind.

Mit mehr Verständnis den Konflikt entschärfen

Um diese Situation zu entspannen, sind jetzt die Bezirksgruppe Oberbayern des Bayerischen Bauernverbandes und die Stadtgüter München mit einer Aktion an die Öffentlichkeit gegangen. Ziel ist, mit mehr Verständnis auf beiden Seiten den Konflikt zu entschärfen und ein besseres Miteinander zu schaffen. Nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme kann ein Nebeneinander von landwirtschaftlicher Arbeit und den Freizeitbedürfnissen der Bevölkerung funktionieren. Dafür wird jetzt mit einer groß angelegten, neuen Kampagne geworben. Die Idee ist, das Motto der Initiative „Rücksicht macht Wege breit. Danke! Ihre Landwirte“ über eine Straßenschablone mit Kreidespray auf Feld- und Wirtschaftswege zu sprühen.

Den Startschuss für die Aktion gaben Oberbayerns BBV-Bezirkspräsident Ralf Huber und die Kommunalreferentin und 1. Werkleiterin der Stadtgüter München Kristina Frank auf einer schmalen Kastanienallee am Gut Delling. Sie haben auch die Schirmherrschaft übernommen. Das etwa 2 x 2 Meter große Piktogramm zeigt einen Radfahrer und einen Schlepperfahrer, die sich zuwinken.

Statt Schilderwald ein gesprühtes Piktogramm

„Wir haben diese Ausführung gewählt, weil unser Schilderwald schon groß genug ist. In dieser für alle sehr aufreibenden Zeit ist es besonders wichtig, um Verständnis auf beiden Seiten zu werben. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es auch heraus“, erklärte Frank.
Und BBV-Bezirkspräsident Huber meinte: „Als begeisterter Radfahrer kann ich verstehen, dass die Felder und Wiesen wie ein Magnet auf die Leute wirken. Aber mehr Rücksicht ist in der Natur nötig. Wir Landwirte pflegen, schützen und nutzen unsere Kulturlandschaft nachhaltig. Die Natur zu nutzen bedeutet, sich achtsam in ihr zu bewegen.“
Das Piktogramm werden die Landwirte in ganz Oberbayern künftig in Absprache mit ihrer Gemeindeverwaltung an neuralgischen Stellen auf Feldwege und kleine Landstraßen sprühen. Auf Anfrage stellt der BBV die Schablone jeder oberbayerischen Kreisgruppe leihweise zur Verfügung.