Zuchtviehmarkt

Rinderzucht: Vermarkten in Zeiten von Corona

Jersey-Weilheim
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Externer Autor
am Dienstag, 19.05.2020 - 09:26

Unter strengen Auflagen hat der Zuchtverband die Erlaubnis der Stadt Weilheim erhalten, eine Vermarktung abzuhalten.

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Weilheim/Obb. - Die Versteigerung fand dementsprechend unter völlig neuen Voraussetzungen statt, sowohl für die Verbandsmitarbeiter, als auch Verkäufer und Käufer. Am gesamten Verbandsgelände herrschte Maskenpflicht und natürlich war es geboten, einen gewissen Sicherheitsabstand einzuhalten.

Wie schon bei den Kälbermärkten durften die Verkäufer ihre Kühe nur anliefern, nicht aber waschen und vorführen. Lediglich die Bullenaufzüchter durften sich um ihre Tiere kümmern, da hier das Unfallpotenzial für Verbandspersonal nicht tragbar ist. Auch die Einführung eines Versteigerungssystems mit Winkervergabe hat zum flüssigen Ablauf des Marktes beigetragen und unnötige Kontakte vermieden. Trotz des Aufwands und nicht alltäglichen Ablaufs stieß die Vorgehensweise auf breite Anerkennung, was auch dem Weilheimer Veterinäramt wohlwollend aufgefallen ist.

Der Katalog verhieß bei den Bullen ein deutliches Überangebot. Trotzdem einige Ausfälle zu verzeichnen waren, wurden immer noch 23 Bullen zur Körung vorgestellt. Die beiden erstgereihten FV-Bullen fanden den Weg an eine Besamungsstation. Ein „Hokuspokus“-Sohn mit gGZW 128 und MW 123 erhielt mit 5000 € das Spitzengebot des Marktes, er geht zur Besamungsstation nach Höchstädt. Die Bayern-Genetik erhielt beim Gebot von 4200 € den Zuschlag für einen „Lichtblick“-Sohn (gGZW 127/MW 125).
Die in den Deckeinsatz verkauften Bullen erhielten Gebote von 1550 bis 2200 €. Sehr leichte Bullen oder mit Mängeln behaftete Bullen (Erbfehler, Melkbarkeit, Exterieur) erhielten keine Gebote oder wurden nicht abgegeben.
Insgesamt wurden 32 Jungkühe zum Verkauf angeboten, diese konnten die Nachfrage nicht decken. FleckviehJungkühe erlösten Gebote von 1200 bis 1900 €, lediglich eine Kuh wurde für das Gebot nicht abgegeben. Mit einer durchschnittlichen Tagesmilchmenge von 28,8 kg und überwiegend funktionellem Exterieur erreichten die Fleckvieh-Tiere einen Durchschnittspreis von 1550 €. Über alle Rassen hinweg pendelt sich der Preis bei 1522 € ein.
Eine Premiere stellten zwei Jersey Jungkühe dar (22,0 kg und 25,7 kg). Diese haben einen Liebhaber aus dem eigenen Verbandsgebiet gefunden.
Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass aufgrund sinkender Milchgeldabrechnungen und geringeren Schlachtabsätzen auch das angekaufte Zuchtvieh im Preis Federn lassen muss.
Der nächste Zuchtviehmarkt in Weilheim findet am Donnerstag, 18. 6. 2020 statt.