Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Waldlehrpfad

Vom Reinbestand zum Zukunftswald

Waldlehrpfad-FFB
Ludwig Holly
am Dienstag, 18.01.2022 - 09:34

Ein Waldumbaubau-Lehrpfad in Fürstenfeldbruck zeigt, wie der Waldumbau funktioniert. Der Pfad gibt kompetente Antworten.

Mittelstetten-Längenmoos/Lks. Fürstenfeldbruck Der Klimawandel ist eine große Herausforderung für alle Waldbesitzer mit fichtendominierten Beständen. Damit der Wald mit diesen Veränderungen zurechtkommt, muss er fachgerecht umgebaut werden. Welche Möglichkeiten es gibt, das erfahren Waldbesitzer und Interessierte auf einem Lehrpfad, den das AELF Fürstenfeldbruck mit den Nutzungsrechtlern aus Längenmoos im Gemeindewald Mittelstetten errichtet hat.

„Der Lehrpfad ist für Waldbesitzer, aber auch für interessierte Laien gedacht“, erklärt Stefan Warsönke, Bereichsleiter Forsten am AELF Fürstenfeldbruck. Informationstafeln zeigen anschaulich, wie sich die Folgen des Klimawandels immer stärker auf die vorherrschenden Fichtenbestände auswirken und mit welchen waldbaulichen Maßnahmen gegengesteuert wird – Stichwort „Waldumbau“.

Nach dem Waldumbau „noch schöner“

Auch für die stellvertretende Landrätin des Landkreises Fürstenfeldbruck, Martina Drechsler, ist der Lehrpfad eine Bereicherung und „zukunftsweisend“. „Ich bin sicher, dass ein groß angelegter Waldumbau unsere bayerische Heimat noch schöner machen wird“, sagte sie zur Eröffnung des Lehrpfades.

Die Gründe, warum der Lehrpfad gerade hier angelegt wurde, erklärt Forstmann Warsönke. Die hier vorherrschende Fichte erbringe auf der nährstoffreichen Altmoräne eine gute Massenleistung. In den letzten Jahren seien aber die Altbestände durch Sturmereignisse und Borkenkäferbefall aufgerissen und äußerst instabil geworden. Jedes Jahr würden neue Schadflächen entstehen.

„Wir versuchen, die Waldbesitzer davon zu überzeugen, unter dem noch intakten Fichten-Altholzschirm schattenverträgliche Baumarten wie Buche und Tanne zu pflanzen, damit sich diese bereits etabliert haben, wenn das Altholz dem Sturm oder Borkenkäfer zum Opfer fällt“, so Warsönke. Die Pflanzung unter Schirm (Vorausverjüngung) ist auch einfacher, weil die nach Schadereignissen entstehenden Kahlflächen schnell mit Gras und Brombeere verwildern und junge Pflanzen dann nur sehr schwer hochkommen.

Klimaresistente Baumarten erklärt

Auf dem Waldlehrpfad finden die Besucherinnen und Besucher kompetente Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Waldverjüngung und Waldpflege im Zeichen des Klimawandels. Die Themenpalette der zwölf Informationstafeln reicht von der Pflanzung klimaresistenter Baumarten wie Ahorn, Eiche, Elsbeere und Douglasie bis hin zur Pflege und Durchforstung von dicht aufgewachsenen Fichtenbeständen. Daneben findet der Besucher noch viel Wissenswertes über Klima, Waldboden und das Anbaurisiko jeweils verschiedener Baumarten.

Führungen auch für Waldbesitzer

Der Lehrpfad entstand im Rahmen der „Initiative Zukunftswald Bayern“. Mit dieser unterstützt die Bayerische Forstverwaltung Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dabei, die eigenen Wälder klimafit zu machen. Interessierten Waldbesitzern bietet das AELF Fürstenfeldbruck auch Führungen auf dem Waldumbau-Lehrpfad. Auskunft und Informationen dazu unter www.aelf-ff.bayern.de.