Vor Ort hergestellt

Mit regionalem Soja zum klimafreundlichen Ei

Zehmerhof Soja Gruppenbild Kaniber
Ludwig Holly
am Mittwoch, 15.09.2021 - 14:11

Regional ist in - und die Eier von Familie Huber kommen deshalb gut an, weil auch das Hühnerfutter vor Ort wächst.

Pliening-Gelting/Lks. Ebersberg „Gesunde Lebensmittel herzustellen und das Wissen zu vermitteln, woher sie kommen, wird bei der Familie Huber vom Zehmerhof ganz groß geschrieben“, sagte der LfL-Präsident Stephan Sedlmayer. Er hatte auf den Geflügelbetrieb eingeladen, um zusammen mit dem Verein Donau Soja eine klimafreundliche Wertschöpfungskette für Eier zu zeigen.

Die LfL unterstützt seit vielen Jahren den heimischen Anbau von Sojabohnen und anderen Eiweißpflanzen durch Sortenversuche, Anbauempfehlungen und Züchtung standortangepasster Sorten. Wie wichtig das Thema ist, zeigte die Teilnahme von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber an der Veranstaltung. „Schon seit vielen Jahren ist der Zehmerhof ein hervorragendes Beispiel für die Umsetzung der vor zehn Jahren gestarteten Bayerischen Eiweißinitiative, die auf heimische Futtermittel setzt, statt auf genverändertes Soja aus Übersee“, so die Staatsministerin.

Kartoffeln und Dinkel für die Direktvermarktung

Seniorchef Anton Huber stellte den Betrieb vor. Er bewirtschaftet 61 ha Ackerland, 4 ha Grünland als Weide für die Freilandhühner und 10 ha Wald. Zum Zehmerhof gehören auch ein Hofladen und ein kleines Hofcafé. Auf den Feldern wachsen Kartoffeln und Dinkel für die Direktvermarktung sowie Sojabohnen, Weizen und Mais für die Legehennen.

Dass die Sojaernte problemlos möglich ist, dafür sorgt der Agroservice Löbert in Vaterstetten-Hergolding. Um die Ernteverluste gering zu halten, hat Landwirt Manfred Löbert an seinem Mähdrescher ein spezielles Flex-Schneidwerk angebaut, das Bodenunebenheiten ausgleicht und eine Schnitthöhe von nur 2,5 cm ermöglicht.

Der Sojapionier hat "richtig Spaß"

Huber dankte auch Landwirt Josef Asam aus Kissing, der schon vor 25 Jahren begonnen hat auf heimischen Sojaanbau zu setzen. „Es macht richtig Spaß“, sagte der Sojapionier. „Durch die regionale Erzeugung sind wir unabhängig von den Großhändlern und müssen auch nicht auf ein Schiff aus Übersee warten.“

Laut Kaniber konnte die Sojaanbaufläche in Bayern kontinuierlich auf aktuell rund 20 400 ha gesteigert werden – auch dank tatkräftiger Mitstreiter. So ist es gelungen, mit Österreich den Anbau von GVO-freiem Qualitätssoja in der Donauregion zu forcieren. Die daraus entstandenen Vorteile, vor allem für das Klima, zeigte Matthias Krön, Vorstandsobmann des gemeinnützigen Vereins Donau Soja mit Hauptsitz in Wien (www.donausoja.org).