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Gewässerrandstreifen

Randstreifen für jedes zweite Gewässer

Gewässerrandstreifen Hüllgraben_München
BLW
am Dienstag, 07.09.2021 - 08:57

Seit August 2019 müssen in Bayern Gewässerrandstreifen eingehalten werden. Dazu werden die Flächen kartiert.

Stadt und Lks. München - Wie das AELF Ebersberg-Erding mitteilt, wurden dazu nun die Gewässer in der Landeshauptstadt sowie im Lks. München kartiert und die Ergebnisse in Karten aufbereitet. Sie sollen für Klarheit sorgen, wo Randstreifen angelegt werden müssen.

Gewässer begutachtet und individuell eingestuft

Die Gewässer wurden vor Ort individuell begutachtet und anhand einheitlicher Kriterien eingestuft. In der Stadt München wurden Gewässer in einer Länge von rund 216 km überprüft. Von ihnen sind bei etwa 62 % Gewässerrandstreifen nach den Vorgaben des Volksbegehrens notwendig.

Etwas anders sieht die statistische Verteilung im Landkreis München aus. Hier gibt es vor allem nördlich des Ismaninger Speichersees viele künstliche Entwässerungsgräben die gemäß dem bayrischen Naturschutzgesetz nicht randstreifenpflichtig sind. „Das Ergebnis zeigt, dass bei insgesamt rund 360 Gewässerkilometern rund die Hälfte aller Gewässer einen Randstreifen benötigen, die andere Hälfte nicht“, so das AELF in seiner Mitteilung.

An den dargestellten Gewässern muss ein Gewässerrandstreifen von mindestens 5 m Breite eingehalten werden. An den großen natürlichen Gewässern, den Gewässern 1. und 2. Ordnung wie der Würm, sind es auf staatlichen Grundstücken 10 m.

Wie das AELF betont, besteht bereits heute die Pflicht zur Anlage von Gewässerrandstreifen an eindeutig erkennbaren natürlichen Gewässern. Dort ist die Nutzung für den Acker- und Gartenbau verboten. An künstlichen Gewässern sowie an Verrohrungen, Straßenseitengräben, die Bestandteile der Straße sind und an „grünen Gräben“ mit eindeutigem Grasbewuchs sind keine Gewässerrandstreifen erforderlich.

Infoveranstaltungen für Landwirte geplant

Die Begehungen vor Ort zeigten, dass die Randstreifen meist bereits von den Bewirtschaftern angelegt wurden. Die Karten sind seit Montag, 06.09., auf der Homepage des Wasserwirtschaftsamts München abrufbar (wwa-m.bayern.de). Betroffene Grundstückseigentümer haben dann sechs Wochen Zeit, um Rückmeldung an das Wasserwirtschaftsamt zu geben.

Strittige Gewässerabschnitte werden im Anschluss gemeinsam erörtert. Danach wird die finale Kulisse an das Landesamt für Umwelt übergeben. Dieses veröffentlicht sie zum 01. Juli 2022 im „Umwelt Atlas Bayern“ (www.umweltatlas.bayern.de). Mit der Veröffentlichung der Karten werden Infoveranstaltungen für betroffene Landwirte durchgeführt.