Holzvermarktung

Qualität muss bei Langholz stimmen

Hohlstämme Sägewerk Suttner
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am Freitag, 05.11.2021 - 14:44

Eine Schulung der WBV Wolfratshausen zeigt, wie die Vermarktung von Langholz gelingt. Es gilt dabei einiges zu beachten.

Dietramszell/Lkr. Bad Tölz – Wolfratshausen Die planmäßige Waldpflege sei nach zwei Jahren mit wenig Borkenkäfer und Sturm zu forcieren. Jetzt spräche auch der Holzpreis für die Durchforstung, ist sich Robert Nörr vom AELF Holzkirchen sicher. Als Beratungsförster der WBV Wolfratshausen lud er daher zusammen mit dem WBV-Geschäftsführer Florian Loher die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer zu einer Schulungsveranstaltung ein, wie dabei am besten zu verfahren ist.

Ganz im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Aushaltung von Langholz. „Wann immer es möglich ist, sollte man Langholz machen, denn die Wertschöpfung ist besser und die regionalen Säger brauchen es“, erklärte der WBV-Vorsitzende Johann Killer. Da eine gute Bestandsvorbereitung und die richtige Sortierung bei der Langholzaushaltung besonders wichtig sind, traf man sich im Wald von Landwirt Hans Seitner, um die wichtigsten Punkte zu besprechen.

Nichtstun verursacht die größten Schäden

Schäden an anderen Bäumen können auch beim Rücken von Langholz vermieden werden, wenn eine gute Feinerschließung mit geraden Gassen vorhanden ist, denn mit einem 20 m langen Stamm kommt man nicht so leicht um eine Kurve. Beim Fällen sollte man in erster Linie auf die starken, hiebsreifen Bäume gehen, empfahl Förster Nörr.

Viele Waldbesitzer haben Angst, dass bei deren Entnahme zu große Schäden entstehen, wenn sie inmitten einer höheren Naturverjüngung stehen. Diese Befürchtung konnte Nörr aber entkräften. Wichtig ist, dass die große Krone, welche die größten Schäden macht, immer auf der Rückegasse landet. Sind einzelne andere Bäume im Weg, dann müssen auch diese für die Bildung einer „Seillinie“ entnommen werden. Und manchmal geht es nur mit Unterstützung einer Seilwinde. „Schäden an Naturverjüngungen sieht man bei professioneller Vorbereitung und Durchführung schon nach wenigen Jahren nicht mehr und außerdem entstehen die größten Probleme durch Nichtstun“, so der Waldexperte.

„Wichtig ist, dass man beim Langholz Fehler im Holz bereits im Wald erkennt, damit das Sägewerk später keine Probleme hat“, erklärte Loher. Das ist sicherlich nicht immer einfach und man muss genau hinschauen und entsprechende Erfahrung haben. Der Stamm soll frisch, gesund und gerade sein, keine groben Äste haben und der Holzkern darf nicht zu weit außerhalb der Mitte liegen.
Ein verdeckter Holzfehler entsteht oft durch einen Streifschaden beim Fällen, den man nach vielen Jahren nicht mehr sieht, wenn er überwallt ist. „Hat man einen Verdacht, dann sollte man auch einmal mit der Motorsäge die Rinde entfernen, um zu sehen, ob sich darunter etwas verbirgt“, sagte WBV-Mann Loher.

Philosophie der kurzen Wege dient der Ökologie

Wie gravierend sich unerkannte Mängel in einem Langholzstamm im Sägewerk auswirken, erklärte Hans Benno Suttner von der Holzmarkt Suttner GmbH & Co. KG, als die Veranstaltungsteilnehmer anschließend sein Sägewerk besichtigten. Suttner führt das Familienunternehmen, das ehemals die Sägemühle des Klosters Dietramszell war, nach über 125 Jahren in vierter Generation. Insgesamt werden im Jahr 12 000 fm Rundholz aus heimischen Wäldern im Umkreis von 80 km verarbeitet. „Unsere Philosophie der kurzen Wege dient der Ökologie“, betonte Suttner. „Wir verarbeiten ausschließlich Rundholz aus nachhaltiger und PEFC-zertifizierter Forstwirtschaft.“
Er machte die Besucherinnen und Besucher auf einige Sortierpunkte der Stämme aufmerksam, die in der Produktion zu Störungen und zu Ausschuss des Endproduktes führen: Krümmung, starke Äste, schlecht geastete Stämme, Ringschäle, Fäule und nicht sauber beigeschnittene Wurzelanläufe.

Die großen Sägermachen die Holzpreise

Einig war sich Suttner mit den Waldbesitzern, dass der Holzpreis im letzten Jahr indiskutabel war. Er könne aber wegen des Wettbewerbs nicht ausscheren, „denn die Preise machen die großen Säger“. Dass die kleinen regionalen Säger eine große Bedeutung für die Waldbesitzer haben, brachte der WBV-Vorsitzende Killer zum Ausdruck: „Die heimischen Säger sind unsere 1A-Kunden, die wir sofort beliefern müssen. Wir sind dankbar, dass es diese Betriebe gibt.“ Ludwig Holly