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Brenner Nordzulauf

Protestaktion: Mahnfeuer entlang der DB-Trasse Limone

Feuerspur quer durch die Landschaft: Hunderte Menschen versammelten sich um die Mahnfeuer, hier (v. l.) Tobias Deininger und Landwirtin Magdalena Stuffer von der Bürgerinitiative Brennernordzulauf Landkreis Ebersberg sowie Ebersbergs Vize-Landrätin Magdalena Föstl.
Ludwig Holly
am Dienstag, 06.12.2022 - 15:32

300 Demonstranten machen auf die von der Bahn geplante Neubautrasse zwischen Dorfen und Niclasreuth aufmerksam

Aßling-Niclasreuth/Lks. Ebersberg Es war aus der Ferne betrachtet ein romantischer und schöner Anblick: Unzählige Feuerstellen mitten in der Landschaft, umringt von vielen Menschen, die sich am Feuer an diesem doch recht kühlen Adventsabend wärmten und Glühwein tranken.

Doch bei näherer Betrachtung war die Romantik schnell verschwunden. Es handelte sich um eine weitere Protestaktion der Bürgerinitiative „Brennernordzulauf Landkreis Ebersberg“. Über 300 engagierte Frauen und Männer hatten mit rund hundert Feuerstellen die von der Deutschen Bahn geplante Neubautrasse „Limone“ sichtbar gemacht. Auf einer Länge von 5 km zwischen Dorfen und Niclasreuth, einmal quer durch die Landschaft. Viele Leute waren erschrocken über die Dimension, wobei die Feuer nur die Mittellinie der Trasse und nicht ihre ganze Breite auf den landwirtschaftlichen Flächen zeigten.

Viele Teilnehmer bei Abschlusskundgebung

Rund 200 Demonstranten kamen gegen 19 Uhr zur Abschlusskundgebung nach Niclasreuth. Vor Ort waren unter anderem MdB Andreas Lenz (CSU), die Landtagsabgeordneten Thomas Huber (CSU) und Nikolaus Kraus (FW), die stellvertretende Landrätin von Ebersberg Magdalena Föstl (CSU), der BBV-Kreisvorsitzende Matthias Vodermeier und der Planer der von der Mehrheit bevorzugten bestandsnahen Trasse „Türkis“ Andreas Brandmeier.

Sogar der Bayerische Landtag stellte sich auf die Seite der Demonstranten: Der Landtag hat der Bayerischen Staatsregierung nach einer Abstimmung Ende November den Auftrag erteilt, sich für die Trasse Türkis einzusetzen. Den entsprechenden Dringlichkeitsantrag hatte der CSU-Kreisvorsitzende in Ebersberg MdL Thomas Huber eingebracht. Stellvertretend für alle fasste er die Punkte zusammen, die gegen die Trasse „Limone“ sprechen: der erhebliche Flächenverbrauch, die Zerstörung von Lebensräumen, Umwelt und Natur, die Durchschneidung der Landschaft und der Dörfern und die Existenzbedrohung landwirtschaftlicher Betriebe.

Bestmögliche Lösung statt einfachste und billigste

„Da können wir nicht die Augen verschließen!“, sagte Huber. Die „für Mensch und Umwelt bestmöglichen Lösungen“ würden gebraucht, „und nicht die für die Bahn einfachste und vermutlich billigste“ quer durch gepflegte Land- und Landwirtschaft. „Wir werden weiter miteinander kämpfen!“

Zufrieden mit der Aktion zeigte sich Landwirtin Magdalena Stuffer aus Dorfen: „Es war eine friedliche, beeindruckende Veranstaltung, bei der ein einzigartiges Zeichen gesetzt wurde, dass wir alle hinter unserer Heimat und Natur stehen und dafür weiter kämpfen“, sagte sie gegenüber dem Wochenblatt.