Moorschutz

Praxistauglich und wirtschaftlich soll es sein

17Forschung_Karolinenfeld _Autor Bastian Zwack
StmELF
am Dienstag, 26.01.2021 - 07:34

Feuchte Moorböden speichern Kohlenstoff und reduzieren dadurch klimaschädliches Kohlendioxid in der Atmosphäre. Wie können wir künftig eine angepasste Landwirtschaft auf Moorböden ermöglichen und damit Landnutzung und Klimaschutz in Einklang bringen?

Moorschutz ist nicht zuletzt im oberbayerischen Donaumoos ein großes Thema. Mit dieser Frage beschäftigt sich ein umfangreiches Forschungsvorhaben, das Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber jetzt in Auftrag gegeben hat. Für insgesamt 5,4 Mio € aus Mitteln der Bayerischen Klimaoffensive sollen in den nächsten vier Jahren moorbodenverträgliche und klimaschonende Landnutzungsformen erforscht und entwickelt werden. „Unser Ziel ist es, dass wir künftig Landwirtschaft und Klimaschutz noch besser zusammenbringen. Deshalb müssen wir viel mehr darüber wissen, wie man eine auf Moorböden angepasste Landnutzung betreiben kann. Denn intakte Moorböden sind ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz“, sagte die Ministerin in München.

Nutzungsformen für Moorflächen

Damit Landwirte mit Moor- und Klimaschutz zukünftig Geld verdienen können, entwickelt das Projekt an den zwei wichtigsten Kostentreibern Neues, so schreibt es die Landesanstalt für Landwirtschaft.

Erstens: nasses Grünland soll nicht wie bisher nur zur Einstreu in den Stall taugen, sondern weiterhin als wichtiges Rinderfutter nutzbar bleiben. Voraussetzung hierfür sind flexible und kostengünstige Systeme zur Wiedervernässung.
Zweitens: die Neuanlage von Kulturen, die im Moor natürlich vorkommen und im Nassen gut gedeihen muss praxisreif und einfach werden. Die Projektergebnisse sollen auch eine Grundlage für ein Förderprogramm zum Moor- und Klimaschutz bilden.

Trockenlegung vor allem im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert wurden Moore im großen Stil trockengelegt, besiedelt und die Böden landwirtschaftlich genutzt, um die Bevölkerung zu ernähren. Trockengelegte Moorböden setzen allerdings erheblich Kohlendioxid frei. Diese klimaschädliche Emission verringert sich bei einem höheren Grundwasserstand sofort. Allerdings hat eine Anhebung des Grundwassers erhebliche Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Fläche und ihre Umgebung. Verfahren zur landwirtschaftlichen Nutzung von Moorböden mit erhöhten Wasserständen sind derzeit weder praxisreif noch wirtschaftlich. „Mein Ziel ist es, dass unseren Landwirten mit Moor- und Klimaschutz zukünftig eine zusätzliche Wertschöpfungskette eröffnet wird“, so die Ministerin.

Im Zuge des Forschungsvorhabens wird die staatliche Versuchsstation Karolinenfeld bei Rosenheim zu einem Versuchsbetrieb für klimaverträglichere Bewirtschaftungsmöglichkeiten auf Moorböden umgebaut. Dazu wird auf den Flächen der Grundwasserstand angehoben. Federführend ist die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft in Kooperation mit den Bayerischen Staatsgütern, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos und C.A.R.M.E.N. e.V. Landwirtschaftliche Betriebe aus verschiedenen Teilen Bayerns werden in das Forschungsprojekt als Praxispartner integriert. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.lfl.bayern.de/iab.