Vermarktung

Online-Angebot bringt Plus

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Dietmar Fund
am Montag, 04.03.2019 - 11:24

Bei einer Betriebsführung am Steindlhof gab Anna Schechner anderen Direktvermarktern gute Tipps auch zum Umgang mit Kartenzahlungen.

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Mit einer Menge Fotos von Hofläden und vielen Tipps zur Gestaltung von Verkaufsgesprächen im Kopf kamen die meisten der rund 80 Teilnehmer des Oberbayerischen Direktvermarktertags 2019 mit zur abschließenden Betriebsbesichtigung. Anna Schechner und ihr Mann Florian empfingen sie auf dem Steindlhof in Sigersdorf, Kreis Ebersberg, den sie im Oktober 2016 von Walter und Annette Schechner übernommen hatten. Wie schon die Eltern und Großeltern betreiben der selbstständige Bauplaner und die Einzelhandelskauffrau und Verwaltungsfachangestellte den Hof im Nebenerwerb.

Sie bewirtschaften 28 ha Grün- und 4 ha Ackerland. Auf der Weide und vorwiegend im 15 Jahre alten Außenklimastall halten sie eine Herde von inzwischen rund 80 Deutschen Angusrindern, deren Fleisch sie direkt vermarkten. Das haben sie von den noch recht jungen „Altbauern“ übernommen.
Um die Direktvermarktung auszubauen, haben sie einen Hofladen mit angrenzendem Zerlegeraum neu gebaut und Ende Oktober 2017 eröffnet. Heute lassen Schechners alle zwei bis drei Monate bei einem Hofmetzger in der Nähe jährlich rund 23 Angusrinder schlachten. Sie werden über eine gebraucht gekaufte Fleischbahn angeliefert. Ein auf 450-Euro-Basis angestellter Metzger zerteilt sie.
Während die Eltern nach der Schlachtung nur auf Vorbestellung verkauften und noch die Kundenliste abtelefonierten, nehmen die „Jungen“ auch Online-Bestellungen entgegen. Die Ware kann alle zwei Wochen zu den „Fleischterminen“ abgeholt werden, denn einen deutschlandweiten Versand will das Ehepaar bewusst nicht anbieten. „Das Online-Angebot brachte uns einen starken Zuwachs an Kunden“, sagte Anna Schechner ihren Besuchern. „Es hat unsere Kundschaft auch verjüngt, obwohl auch viele Ältere heute lieber online als am Telefon bestellen möchten.“ Die Kunden holten ihre online bestellte Ware zuverlässig ab und bezahlten sie vor Ort.
Als guter Schachzug hat es sich auch erwiesen, dass der Hofladen seit einem Jahr auch die Kartenzahlung mit der Girocard anbietet. „Dafür nutzen wir ein Gerät von SumUp, zahlen ein Prozent vom Umsatz und bekommen regelmäßige Umsatz-Auflistungen“, berichtete die Landwirtin. „Die Kartenzahlung tut dem Umsatz gut.“ Viele Kunden fragten, ob sie mit der Karte bezahlen könnten, und kauften dann munter ein.

Im Hofladen verkaufen die Schechners Freitagnachmittag und Samstagvormittag in adretter Firmenkleidung nicht nur auf Kundenwunsch meist vakuumiertes Fleisch, sondern auch Wurstwaren, die sie bei ihrem Hofmetzger herstellen lassen. Eier von den eigenen freilaufenden Hühnern und hausgemachte Nudeln von der „Nudel-Oma“ Annette Schechner runden das eigene Sortiment ab, das mit Kartoffeln, Ölen, Käse, Honig, Mehl und Wildbret aus der Region sowie mit Frankenwein komplettiert wird. Momentan befindet sich der Betrieb in der Umstellung auf Bio-Landbau.