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Wassergebühren

Nothilfe für Ickinger Milchbauern

Ickings Bauern wehren sich gegen die Erhöhung der Wassergebühren. Nun zeichnet sich eine Lösung ab.
Barbara Höfler
am Donnerstag, 17.11.2022 - 07:55

In Icking wehren sich die Milchbauern gegen die Erhöhung der Wassergebühren. Im Gemeinderat bahnt sich nun eine Lösung an.

Icking/Lks. Bad Tölz-Wolfratshausen Um die verschleppte Sanierung ihrer Wasserleitungen finanzieren zu können, hat die Gemeinde Icking im Frühjahr ihren Wasserpreis erhöht – rückwirkend und für weitere vier Jahre auf 3,88 €/m³ zzgl. Mehrwertsteuer (Link zum Bericht vom März unten). Dagegen wehrten sich die Milchbauern, die die Existenz ihrer wasserintensiven Betriebe gefährdet sehen.

Am Donnerstag vergangener Woche stellte Bürgermeisterin Verena Reithmann nun dem Umweltausschuss ein Programm vor, mit dem die sie den Bauern helfen will. Schließlich brächten diese mit ihrem hohen und auch kaum drosselbaren Wasserverbrauch „ein Sonderopfer“.

Unterstützung beim Tränkewasser

Ein Gebührennachlass erschien aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Reithmann möchte den Landwirten nun stattdessen eine „Nothilfe Tränkewasser“ zahlen. Einmal jährlich, zunächst für die Jahre 2022 bis 2024, und in Abhängigkeit der Großvieheinheiten.

Die BBV-Ortsvorsitzende Ruth-Maria Frech –selbst betroffene Milchviehhalterin – begrüßt diese Entscheidung. „Jetzt kommt es noch auf die Höhe die Unterstützung an“, sagte sie dem Wochenblatt. Um die Preissteigerung in voller Höhe aufzufangen, fehlen laut Frech pro GV 73 €. Wie hoch die Nothilfe am Ende ausfallen soll, beriet der Ausschuss zunächst in nichtöffentlicher Sitzung.

Anreiz zum Wassersparen

Das Programm sieht außerdem eine Prämie für Regenwasserzisternen vor, als Anreiz zum Trinkwassersparen. Bei der Neuverpachtung gemeindlicher Flächen sollen Landwirte bevorzugt und auch mit weniger hoher Pacht belastet werden, die bestimmte Kriterien der nachhaltigen Bewirtschaftung erfüllen. Auch soll es Prämien für Baumpflanzungen auf dem Hof geben, als Maßnahme der Ortsbildverschönerung „für die nächste Generation“, so Reithmann. Über all das muss nun noch der Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen abstimmen.