Laubholzsubmission

Die neue Braut ist eine Überraschung

Braut 3
BLW
am Donnerstag, 25.02.2021 - 11:34

Die Rosenheimer Laubholzsubmission erwirtschaftete einen Umsatz von 87.500 €. Die Braut dabei war heuer kein Bergahorn, sondern erstmals eine Esche.

In diesen Zeiten ist vieles anders. Dementsprechend gab es bei der Waldbesitzervereinigung (WBV) Rosenheim heuer keinen offiziellen Begang des Holzlagerplatzes in Marienberg zur Ergebnisverkündung der Laubholzsubmission. Die konnte man trotz Corona-Hemmnissen als gelungen betrachten.

Und die „Braut“ war eine echte Überraschung. WBV-Geschäftsführer Michael Heffner meinte mit Blick auf letztere: „Wir haben gedacht, uns haut es um.“ Die ist dieses Mal, nicht wie sonst oft üblich ein Bergahorn, sondern eine Esche.

Ein Ausnahmegebot

Kuriosum

Das habe es noch nie bei der Rosenheimer Submission gegeben, erklärt Heffner. Als Preis erbrachte der hübsche geriegelte Stamm von 2,89 fm 909 €/fm. Ein Ausnahmegebot. Bisher erbrachten geriegelte Eschen maximal 280 €/fm. Die beiden anderen sehr gut bebotenen Stämme waren heuer ein Bergahorn (530 €/fm bei 1,87 fm) und eine Eiche (652 €/fm bei 1,12 fm).

Insgesamt waren 418 Stämme (2020: 496 Stämme) mit 385,8 fm (2020: 443 fm) im Angebot. Bei den 16 offerierten Baumarten fand sich mit 218 fm sehr viel Eiche, was dem Trend der letzten Jahre entspricht. Hier war auch erwartungsgemäß der massivste Stamm mit 3,18 fm zu finden. Weiter gab es Esche (79 fm), Bergahorn (39 fm), Linde (12 fm), Ulme (7 fm), Nußbaum (6 fm) und Lärche (5 fm), in kleineren Mengen oder auch als Einzelstämme Obstbaumsorten, Buche, Schwarzerle, Edelkastanie, Spitzahorn und Traubenkirsche.

Letztere sicherte sich ein Schreiner. Er fand, dass die Seltenheit des Holzes ein Verkaufsargument bei den Kunden sei. Allgemein im Trend liegt weiter dunkles Holz. „Der Boom bei der Eiche hält an. Teils je gröber, desto besser, gerne mit Ästen,“ stellte Heffner fest. Durch die Beliebtheit von dunklem Holz sei auch der Nußbaum sehr geschätzt. Der Top-Stamm in dieser Kategorie heuer (659 €/fm) hatte eine Länge von ganzen 3,5 m. Durchaus selten, da sonst meist nur Angebote um die zwei Meter vorlägen und der längere Stamm besser für einen Schreiner zu verarbeiten sei.

Gleich eingangs des Holzlagerplatzes in Marienberg zeigte die WBV dieses Mal ein Kuriosum, das eigentlich nur als Schaustück gedacht war – die massive Stammbasis einer Eiche, vom Biber angenagt inklusive ordentlich sichtbarer Zahn-Spuren. „Wir haben nicht gedacht, dass das jemand kauft,“ erklärt der WBV-Geschäftsführer. Das Gegenteil war der Fall. Ein Furnierer wollte das Eichenstück.

Eschen wenig nachgefragt

Was die Eichen anging, konnte man bei der Waldbesitzervereinigung Rosenheim sowieso sehr zufrieden sein. Alle fanden sofort Abnehmer. Von der Gesamtmenge der Stämme gingen 20 in den Nachverkauf, 15 davon Eschen, bedingt durch wenig Nachfrage und viele Offerten wegen des Triebsterbens.
Heffners Fazit zur diesjährigen Submission: „Es ist gut gelaufen.“ Vorab habe man in zweifacher Hinsicht Bedenken gehabt. Die erste Sorge galt der Angebotsmenge. „Wir hatten Angst, dass beim momentan historischen Tiefstpreis für Fichten niemand ins Holz geht,“ erläutert der Geschäftsführer. Auch Corona bedeutete einen Faktor, da einige Käufer aus Österreich kämen. Hier waren die Einreisebestimmungen ein potenzieller Hemmschuh. Beide Probleme erwiesen sich jedoch nicht als dramatisch und die Submission erwirtschaftete einen Gesamtumsatz von 87 500 €. Martina Fischer