Auszeichnung

Naturland-Betriebe gewinnen NABU-Wettbewerb

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Redaktion Wochenblatt
am Donnerstag, 13.05.2021 - 05:56

Beim diesjährigen NABU-Wettbewerb „Gemeinsam Boden gut machen“ setzten sich zwei Naturland Betriebe aus Oberbayern durch. Der Unterleitenhof in Schliersee und der Pfabhof in Eching erhalten eine Finanzspritze für die Umstellung auf den Ökolandbau.

Schliersee/Eching Beim diesjährigen NABU-Wettbewerb „Gemeinsam Boden gut machen“ konnten sich zwei Naturland Betriebe aus Oberbayern durchsetzen und erhalten mit dem Preisgeld eine Finanzspritze für die Betriebsumstellung auf den Ökolandbau. Die Naturland Gewinnerbetriebe sind der Unterleitenhof von Klaus Leitner und Anna Eberl aus Schliersee und der Pfabhof von Josef und Magdalena Kurz aus Eching.

Unterleitenhof: Almwirtschaft und Naturschutz

Klaus Leitner hat den Unterleitenhof in Schliersee übernommen, da war er gerade mal 20 Jahre alt. Für ihn war aber schon damals klar, dass nur eine ökologische Weiterbewirtschaftung in Frage kommt. Seine Partnerin Anna Eberl musste er nicht lange überzeugen. „Wir wollen unseren Kindern in den Bereichen, auf die wir Einfluss haben, eine intakte Umwelt erhalten und die Natur möglichst ein wenig besser weitergeben, wie wir sie übernommen haben“, sind sich beide einig.

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2020 war es dann endlich so weit: Klaus Leitner wurde Mitglied im Öko-Verband Naturland und stellt seinen Rinderbetrieb in den nächsten zwei Jahren auf ökologische Bewirtschaftung um.

Dass über 80 % der Wiesen und Weiden des Betriebs in Hanglage liegen, macht die Umstellung einfacher. „Der Schritt zur ökologischen Bewirtschaftung war eigentlich kein großer, da Weidehaltung und pestizidfreie Bewirtschaftung in unserer schönen Gegend eigentlich seit Generationen selbstverständlich sind“, erklärt Klaus Leitner. Die extensive Beweidung durch seine Öko-Rinder machen die Almflächen zu einem wahren Naturschutz-Schatz. Nicht nur seltene Orchideen-Arten findet man auf seinen Weiden, auch der Feuersalamander fühlt sich hier heimisch. „Wenn ich die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen aufgäbe, würden die Flächen sehr schnell verbuschen und damit viele Rote-Liste-Arten von hier verschwinden“, ist sich Leitner sicher.

Das Preisgeld fließt komplett in den Stallneubau, mit dem Klaus Leitner das Tierwohl für seine Rinder nochmals steigern, aber auch die tägliche körperliche Arbeit erleichtern möchte. Mit der Umstellung auf Öko-Landbau will er aber auch Vorbild sein: „Ich hoffe, andere Junglandwirte zu motivieren, den gleichen Schritt zu gehen, um gemeinsam für die Zukunft gerüstet zu sein.“

Pfab-Hof: Biospezialitäten von besonderen Beeren

Direkt vor den Toren Münchens, genauer gesagt in Eching, liegt der Pfabhof von Magdalena und Josef Kurz. Das junge Betriebsleiterpaar stellte seinen Ackerbau- und Grünland-Betrieb 2018 auf ökologischen Landbau um. „Wir haben unseren Betrieb in den vergangenen zwei Jahren komplett auf den Kopf gestellt. Außer den Gebäuden ist fast nichts mehr wie vorher“, erläutern Magdalena und Josef Kurz den Umstellungsprozess. Bereut haben sie den Schritt nicht. „Es ist uns wichtig, so gut wie möglich im Einklang mit der Natur zu wirtschaften, so wie es schon unsere Vorfahren getan haben“, erzählen sie.
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Schnell war auch der Entschluss gefasst, dass es nicht allein beim Ackerbau bleiben sollte, ein weiteres Standbein wurde gesucht und gefunden: Im Frühjahr 2019 entstand auf 1,8 Hektar eine Beerenplantage, auf der Aronia- und Haskapbeeren gepflanzt wurden. Die Beeren werden zu leckeren Fruchtsäften, Marmeladen und Likören verarbeitet, die im eigenen Hofladen und online verkauft werden.

Auch das Preisgeld wird in den Obstbau fließen. Familie Kurz träumte schon länger von einem Obstbau-Schlepper. „Zuvor haben wir die Unkrautbekämpfung komplett per Hand erledigt. Das ist bei knapp sechs Hektar Obstplantage nicht mehr möglich. Deshalb freuen wir uns sehr über den Gewinn. Auch unsere Beeren-Plantage werden wir jetzt vergrößern können“, erklärt Magdalena Kurz. Was Familie Kurz noch sehr wichtig ist, ist das Image der Landwirte. „Wir wollen die Bevölkerung aufklären, was Landwirtschaft heißt, insbesondere, was biologische Landwirtschaft heißt. Deshalb konnte man heuer zum ersten Mal an unseren Feldern lesen, was da wächst“, merkt Josef Kurz an. Die Spaziergänger und Radfahrer waren begeistert. Viele sprachen sie an: „Endlich weiß auch ich mal, was ihr hier macht.“