Schädlinge

Moschusbockkäfer: Schwerpunkt in Kolbermoor

Ausbohrlöcher_kl
Pressemeldung
am Montag, 20.07.2020 - 07:42

LfL zeichnet Quarantänezone aus, um Ausbreitung zu verhindern.

Die Landesanstalt für Landwirtschaft hat im Landkreis Rosenheim 29 Schilder zur Kennzeichnung der Quarantänezone des Asiatischen Moschusbockkäfers aufstellen lassen. Der Schwerpunkt des Befalls mit dem Asiatischen Moschusbockkäfer liegt in Kolbermoor, in Rosenheim gab es bisher einen Fund.

Die sogenannte Verbringung von Wirtspflanzen-Schnittgut stellt die größte Gefahr bei der Verbreitung des Käfers dar. Aus der Quarantänezone darf deshalb kein Steinobst-Schnittgut heraus transportiert werden, um eine Verbreitung des Asiatischen Moschusbockkäfers zu verhindern. Weiter ist es hier wichtig, Steinobstschnittgut korrekt über die Sammelstellen zu entsorgen und die Wirtspflanzen regelmäßig zu kontrollieren.

Auch innerhalb der Quarantänezone müssen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Verbreitung des Asiatischen Moschusbockkäfers zu verhindern.

Sammelstellen für Schnittgut

Es wurden vier Sammelstellen in der Quarantänezone errichtet, in der Steinobstschnittgut kostenlos abzugeben ist, der Kirschlorbeer ist dabei ausgenommen.

Das Schnittgut wird gehäckselt und verbrannt, um noch im Holz vorhandene Käferstadien abzutöten. Die Sammelstellen befinden sich an den Wertstoffhöfen Kolbermoor, Bad Aibling, Rosenheim und Stephanskirchen.

Bis 2 cm große Ausbohrlöcher

Neben der Entsorgung ist eine Lagerung des hauseigenen Schnittgutes auf dem Grundstück zulässig. Das Schnittgut darf allerdings das Grundstück nicht verlassen, muss also im eigenen Kamin verheizt oder das Häckselgut auf den Beeten verteilt werden.

Gartenbesitzer sind laut LfL dazu verpflichtet, die Wirtspflanzen des Asiatischen Moschusbockkäfers (u.a. Kirsche Pflaume, Aprikose, Mirabell der Gattung Prunus) alle zwei Monate auf Befallsmerkmale und geschlüpfte Käfer zu kontrollieren.

Befallssymptome sind insbesondere 1 bis 2 cm große Ausbohrlöcher und Bohrmehlauswurf der Larven am Stammfuß oder in Astgabelungen. Die LfL unterstützt bei der Suche nach Befallsmerkmalen, deshalb findet ganzjährig ein Bodenmonitoring statt. Dabei kontrollieren LfL-Mitarbeiter auch Gehölze in Privatgärten.

Neuanpflanzung verboten

Neuanpflanzung von Wirtsgehölzen innerhalb der Befallszone ist verboten, um dem Käfer die Nahrungsgrundlage zu entziehen und der Verbreitung vorzubeugen.

Mit der warmen Witterung hat jetzt die Flugzeit des Asiatischen Moschusbockkäfers begonnen. Der Käfer schlüpft und sucht einen Partner zu Paarung. Die Käfer sind träge, wärmeliebend, leicht zu fangen (zum Beispiel in einem Marmeladenglas mit Löchern im Deckel).

Gefundene Käfer und Verdachtsfälle von Steinobst-Gehölzen sollen bei der LfL gemeldet werden.