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Ausbildungabschluss

Meister der Landwirtschaft: Respekt für die richtige Berufswahl

Sie haben allen Grund zur Freude: Den Meisterinnen und Meistern aus den Landkreisen Aichach-Friedberg, Altötting, Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land, Dachau, Eichstätt und Erding gratulierte (r.) Konrad Schober, der Regierungspräsident von Oberbayern.
Martina Fischer
am Donnerstag, 03.11.2022 - 06:08

Die Regierung von Oberbayern ehrt 79 Meisterinnen und Meister der Landwirtschaft.

Holzkirchen/Lks. Miesbach - Ein wichtiger Schritt im Berufsleben ist geschafft. Darüber konnten sich 79 neue Meisterinnen und Meister nach der nun abgeschlossenen Ausbildung an den oberbayerischen Landwirtschaftsschulen freuen.

Gefeiert wurde auf Einladung der Regierung von Oberbayern im Holzkirchener „Kultur im Oberbräu“. Erfolgreich waren 71 Herren und acht Frauen – und am erfolgreichsten von allen eine Landwirtin, die für ihre Ausbildung von fern nach Oberbayern kam: Auf dieTraumnote 1,03 kann Leonie Amann aus Horst in Schleswig-Holstein stolz sein; sie ist Absolventin der Landwirtschaftsschule Weilheim.

Lob, wem Lob gebührt

Der Stolz des Berufsstandes: Auch die Meisterinnen und Meister aus Mühldorf, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen a. d. Ilm, Rosenheim, Traunstein und Weilheim-Schongau haben Großartiges geleistet.

Selbstverständlich alle erhielten das ihnen gebührende Lob und beste Wünsche für ihren weiteren Lebensweg. „Höchsten Respekt“ zollte Konrad Schober, Regierungspräsident von Oberbayern, den Meisterinnen und Meistern. Schließlich hätten sie eine arbeitsintensive Zeit hinter sich, bei der sie ihre heimischen Betriebe genauestens analysiert und Optimierungen erarbeitet haben.

Dass der erfolgreiche Abschluss keine Selbstverständlichkeit ist, zeigte Schober anhand von Zahlen: Rund ein Drittel der ursprünglich angetretenen Studierenden hat die Meisterausbildung abgebrochen, die berufsbegleitend eine Doppelbelastung darstellt. „Sie aber haben nicht nur inhaltlich an sich gearbeitet, sondern auch persönlich“, lobte Schober.

Die jungen Leute seien jetzt nicht nur bestens auf die Hofübernahme daheim vorbereitet. Mit dem Meisterbrief in der Tasche dürfen sie auch ausbilden, worum Schober sie besonders bat. Trotz des Aufwands würden Lehrlinge auch immer wieder neue Impulse in den Betrieb einbringen, sagte er.

Schönster Beruf der Welt

Landwirtschaft von Morgen: Freuen durften sich auch die Meisterinnen und Meister aus den Landkreisen Ebersberg, Fürstenfeldbruck, Kelheim, Landsberg am Lech, Miesbach und München sowie aus Ingolstadt.

Für die Zukunft der Landwirtschaft sah der Regierungspräsident es als Notwendigkeit an, dass ihr Anteil an der Wertschöpfungskette steigt. Ein Vollerwerbslandwirt könne nicht auch noch „Nebenerwerbsmetzger oder Nebenerwerbshofladenbetreiber“ sein, sagte Schober. Der Vollerwerb müsse austräglich sein, forderte er. Schließlich sei die Landwirtschaft eine tragende Säule der Gesellschaft.

Zum „schönsten Beruf der Welt“ gratulierte den jungen Meisterinnen und Meistern Robert Grimm, Oberbayern-Vorsitzender des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung (VlF). Der Beruf des Landwirtes berge sicher Risiken, meinte er, dafür aber auch Chancen. Wichtig sei nun weiteres fachliches Engagement. „Bildung, die ihr jetzt einfriert, ist bald nur noch die Hälfte wert“, sagte Grimm.

Dass der Meisterbrief eine sehr gute Basis ist, bescheinigte Ministerialrat Michael Karrer, Leiter der Aus- und Fortbildung im Landwirtschaftsministerium. Mit der Entscheidung für diese Ausbildung hätten die jungen Leute das Richtige getan. Landwirtinnen und Landwirte müssten heute strategisch denken mit Blick auf Umwelt, Gesetze, Arbeitsbelastung und gesellschaftliche Entwicklungen.

Ganze 16 Meisterpreise

Ausbildung

Dass Letztere nicht immer ganz positiv sind, sprach in seiner Rede Klaus Solleder an, der neue Vize-Bezirkspräsident des BBV. „Die Landwirtschaft wird zu Unrecht an den Pranger gestellt“, sagte er. Die Produktion hochwertiger Lebensmittel und die Landschaftspflege, letztere auch ein Beitrag zum Tourismus, werde zu wenig geschätzt. „Aber unsere Höfe haben Jahrhunderte überlebt“, sagte Solleder zuversichtlich. Damit das weiter so bleibt, „brauchen wir gut ausgebildete junge Leute“.

Das sind die jungen Meisterinnen und Meister allemal. Sie können teils auf hervorragende Leistungen verweisen. Als Beste ausgezeichnet wurden nach Leonie Amann Matthias Grundler aus Scheuring (1,08), Martin Johannes Huber aus Bad Feilnbach (1,14), Korbinian Zwirglmaier aus Unterneukirchen (1,14) und Anna-Lena Jahner aus Traunstein (1,15). Insgesamt wurden 16 Meisterpreise vergeben.