Eröffnung

Landwirtschaft für Laien einfach erklärt

Lehrpfad Grub Kaniber
Ludwig Holly
am Mittwoch, 11.08.2021 - 14:10

Das Staatsgut Grub wartet nun mit einem agrarökologischen Lehrpfad auf. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber eröffnete den Lehrpfad.

Poing-Grub/Lks. Ebersberg Ein viel besuchter Erlebnisbauernhof war das Staatsgut Grub schon vorher. Jetzt ist es mit der Eröffnung eines agrarökologischen Lehrpfades um eine Attraktion reicher.

„Die Idee ist in einer Kaffeerunde von Mitarbeitern der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft vor drei Jahren entstanden“, sagte Dr. Harald Volz beim Eröffnungstermin vergangene Woche. Zusammen mit seiner Kollegin Elke Schweiger war er maßgeblich für die Umsetzung der Idee verantwortlich. Die Bayerischen Staatsgüter (BaySG) stellten die Flächen zur Verfügung und auch die Gemeinde Poing unterstützte mit dem Aufstellen von Ruhebänken und Mülleimern das Gemeinschaftsprojekt.

Zeigen, was Landwirte für die Artenvielfalt leisten

Das Ziel erklärte LfL-Präsident Stephan Sedlmayer: „Wir wollen eine breite Öffentlichkeit ansprechen und unter dem Motto ‚Landwirtschaft und Artenvielfalt erleben‘ die Bedeutung biologischer Vielfalt veranschaulichen.“ Er freute sich, dass auch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zur Eröffnung gekommen war. „Gerade im großstädtischen Umfeld ist der neue Lehrpfad eine ideale Möglichkeit zu zeigen, was unsere Landwirte alles Großartiges für die Artenvielfalt leisten“, sagte die Staatsministerin.

Dass die Landwirtschaft in der öffentlichen Diskussion häufig als alleinige Verursacherin des Artenverlustes gesehen werde, sei „ungerecht und auch schlichtweg falsch“, sagte Kaniber. Auch der hohe Flächenverbrauch leiste seinen Beitrag dazu. „Seit 1980 gingen 480 000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in Bayern verloren, unter anderem für Infrastrukturmaßnahmen und für Wohn- und Gewerbegebiete“, sagte sie. „Wir brauchen für die Zukunft neue Pläne für Bauen und Wohnen.“

Was die Landwirtschaft für die Biodiversität tut, zeigen Schautafeln und Erlebniselemente auf dem 2,7 km langen Rundweg. Themen wie mehrjährliche Blühflächen auf dem Acker, das Leben der Wildtiere, lebendiges Bodenleben, umweltgerechter Pflanzenbau, Wild- und Honigbienen und Beweidung mit Schafen werden ausführlich erläutert und geben einen guten Überblick, was moderne Landwirtschaft für die Gesellschaft leistet.

Gläserner Stall, Hofladen und Gastronomie folgen

Der Lehrpfad, auch als Ausflugsziel für Schulklassen, ist nur der Anfang, wie Kaniber versicherte: So sollen noch ein gläserner Forschungsstall mit maximalen Tierwohlstandards und Weidehaltung folgen, ein Hofladen sowie Gastronomie. Grub, so die Ministerin, sei „ein wunderbarer Ort“, um der städtischen Bevölkerung moderne Landwirtschaft „hautnah, spielerisch, eindrucksvoll und lehrreich“ erlebbar zu machen und zu zeigen, „dass Landwirtschaft und Biodiversität kein Gegensatz sind, sondern sich hervorragend ergänzen können“.