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Wolfsrisse

Landwirte in Sorge: Erneut viele Risse

Beutegreifer
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Redaktion Wochenblatt
am Montag, 20.12.2021 - 17:06

Im östlichen bayerischen Alpenraum ereigneten sich in den vergangenen Tagen gleich mehrere Wolfsrisse. Die Forderungen nach praktischen Lösungen werden lauter.

Marktschellenber/Lks. Berchtesgadener Land - Die Wolfsrisse in der Region Berchtesgadener Land und Traunstein gehen weiter: Am Wochenende ist es offenbar erneut zu Rissen gekommen. Am Sonntagmorgen fand ein Landwirt aus Marktschellenberg (Lks. Berchtesgadener Land) vier gerissene Schafe auf der Weide. Drei Schafe waren nach Wochenblatt-Information tot, ein weiteres wurde so schwer verletzt, dass es getötet werden musste. Die gezäunte Weide befand sich am Ortsrand.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) bestätigte, dass es im östlichen bayerischen Alpenraum erneute Übergriffe auf Nutztiere gegeben habe. In einer Pressemitteilung vom Montag hieß es, dass der Wolf als Verursacher sehr wahrscheinlich sei, Herdenschutz sei dringend geboten.

Mehrere Tiere gerissen

Bereits am Freitag, 17. Dezember, meldete ein Landwirt in Inzell den Riss eines Damwilds aus seinem Wildgehege. Das Tier ist tot. Ein Riss, der sich bereits in der Nacht auf Dienstag, 14. Dezember, auf einem Einsiedlerhof im Unterwössener Ortsteil Grub (Lks. Traunstein) ereignet hat, wurde ebenfalls am Freitag bekannt. Dort wurden sechs Schafe verletzt, vier mussten erlöst werden. Zwei der Tiere werden nach vorläufigen Informationen derzeit noch gepflegt.

Abermals kam es am Samstag in Bergen zu einem Vorfall. Dort war bereits am Mittwoch eine Ziege bei einem Rissversuch verletzt worden. Am Samstag soll dort auf dem 400 Meter entfernten Nachbarhof ein bereits toter Ziegenbock verschleppt worden sein. Die Reste des verspeisten Kadavers wurden im Wald gefunden. 

Das LfU teilte mit, dass es die aktuellen Ereignisse und die damit verbundenen Sorgen der Tierhalter und der Bevölkerung vor Ort sehr ernst nehme. Zusammen mit den Ereignissen vom Ende Oktober/Anfang November sollen diese von einer Expertenkommission zeitnah bewertet werden. Das LfU bittet dringend alle Nutztierhalter der Region, ihre Tiere wolfssicher unterzubringen z.B. durch Einstallung oder wolfsabweisende Zäunung.

Darüber hinaus bittet das LfU, etwaige Übergriffe auf Nutztiere sowie auch weitere Beobachtungen unmittelbar dem LfU, Fachstelle Große Beutegreifer zu melden, damit unverzüglich weitere Schritte wie beispielsweise Rissbegutachtung und Probeentnahme für genetische Analysen veranlasst werden können. Um eine möglichst hohe Probenqualität und Verwertbarkeit der Ergebnisse – ggf. auch im Rahmen rechtlicher Verfahren – sicherzustellen, sollten Proben nur von vom LfU bestellten Personen entnommen werden.

Am Montag, 20. Dezember 2021, kommt Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) nach Bergen in den Gemeindesaal, um sich laut Pressesprecher des Ministeriums mit den Betroffenen sowie Vertretern des Bauernverbandes und der Jäger zu treffen.