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Ukrainekrieg

Landwirte setzen Zeichen für den Frieden

Peacezeichen Johannes Scharl
Barbara Höfler
am Donnerstag, 10.03.2022 - 09:54

Stiller Protest: Im Altmühltal und im Chiemgau haben Landwirte Botschaften gegen den Krieg in der Ukraine auf ihre Felder geschrieben – in XXL-Format.

Eichstätt Beim Diagonalstrich waren sie sich nicht ganz sicher, ob der so pfeilgerade wird. „Den haben wir mehr oder weniger freihändig gemacht“, erzählt Landwirt Johannes Scharl. Beim Kreis aber behalfen Vater und Sohn sich allen geometrischen Gesetzen folgend mit dem Zirkelprinzip: Sebastian (13) hatte sich mit einer Schnur in die Mitte gestellt, mit dem anderen Schnurende fuhr Papa Johannes einmal im Kreis mit dem Traktor um ihn herum. So grubberten die beiden am Wochenende ihre persönliche Nachricht an die Welt aufs Feld: ein Peacezeichen, das weltweite Symbol für Frieden.
Johannes Scharl ist auf dem Häringhof in Eichstätt Ferkelerzeuger mit 300 Muttersauen. Das Feld, um das es geht, liegt östlich von seinem Hof, später will Scharl darauf Mais anbauen. Bis Mitte oder Ende April, rechnet der stellvertretene BBV-Kreisobmann, bleibt das Peace-Zeichen jetzt erst mal stehen. „Hoffen wir, dass bis dahin auch der Krieg vorbei ist“, sagt er – eine Hoffnung, die dieser Tage alle teilen.

Den Krieg stoppen

Auch in Kienberg im Landkreis Traunstein hat ein Landwirt ein Zeichen gesetzt. Alexander Maier vom Bichlerhof schrieb mit seinem Traktor den Satz „Stop the War“ auf einen langgezogenen Ackerstreifen zwischen Emertsham und Kienberg. Die Worte unterstrich der Junglandwirt sicherheitshalber auch noch einmal und postete ein Drohnenvideo davon auf dem hofeigenen Instagramkanal (bichlerhof.kienberg), zusammen mit der kurzen Erklärung: „Weil man so fassungslos ist.“ Eine der ersten, die den Beitrag Anfang der Woche kommentiert haben, war Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, wortlos, mit einem Herz.