Kreisbauerntag

Landwirte müssen Geld verdienen

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Helga Gebendorfer
am Freitag, 02.11.2018 - 13:29

DBV-Vizepräsident Karsten Schmal beim Eichstätter Kreisbauerntag

Eichstätt „Es gibt heuer allerhand zu feiern: 100 Jahre Freistaat Bayern und 200 Jahre bayerische Verfassung. Doch für die Landwirtschaft war es ein schwieriges Jahr. Es hat viele Sorgen bereitet, aber wir müssen dankbar sein, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind.“, Dieses Fazit zog der Eichstätter BBV-Kreisobmann Josef Kroll beim Kreisbauerntag. Er würdigte den neuen Landwirtschaftsmeister Andreas Meyer aus Untermöckenlohe und den neuen Techniker Tobias Schneid aus Petersbuch für ihre Leistungen.

„Von nichts kommt nichts“, stellte er fest und erinnerte daran, dass die Landwirtschaft die Landschaft erhält, verbessert und gestaltet, zur Wirtschaftskraft beiträgt sowie einen attraktiven Lebensraum bietet. „Wir können stolz sein, denn wir sind sehr vielseitig aufgestellt“, betonte er. „Die Familienbetriebe sowie die vor- und nachgelagerten Bereiche sind das Herzstück im ländlichen Raum und sorgen für Stabilität und Wirtschaftskraft“, meinte der Kreisobmann, der angesichts hoher Ausbildungszahlen hoffnungsvoll in die Zukunft blickte.
„Am Bauerneachta bringen wir den Bauern und Bäuerinnen unsere Wertschätzung entgegen“, begrüßte Landrat Anton Knapp die Gäste im Zelt und übermittelte Anerkennung. Nach seiner Auskunft hat das Treffen der Landwirtschaft mit den Verbrauchern eine lange Tradition. „Der Kreisbauerntag ist seit über 200 Jahren Treffpunkt von Stadt und Land“, freute er sich und appellierte an die Zuhörer, wieder den Stellenwert der Landwirtschaft herauszuarbeiten, denn mit der Zeit sei das Urverständnis ein Stück verloren gegangen.
Auch Eichstätts Oberbürgermeister Andreas Steppberger stimmte seinem Vorgänger zu: „Wir müssen für die Zukunft die Land- und Forstwirtschaft fördern, denn sie erbringen eine gesellschaftliche Leistung, sorgen für lebenswerte Dörfer und sollten dafür honoriert werden“, lautete seine Forderung.
Als Festredner war Karsten Schmal, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des hessischen Bauernverbandes, zu Gast. Er plädierte angesichts der zunehmenden Ernteschwankungen für ein Risikomanagement und Förderung der Forschung, z. B. für passende Sorten, sowie für die Suche nach praktikablen Lösungen für die Betriebe. „Die Landwirtschaft soll attraktiv bleiben. Planungssicherheit und Vorverurteilung machen den jungen Leuten am meisten zu schaffen“, berichtete er. „Die Landwirtschaft, vor allem Tierhaltung, steht im Fokus und die Herausforderungen sind gigantisch“, erklärte Schmal, der dafür plädierte, dass die tierische und pflanzliche Produktion in Deutschland bleibt, und unfaire Handelsbedingungen durch die Konzentration der Handelsketten verurteilte. „Die Landwirte müssen Geld verdienen“, meinte er und rief zur Öffentlichkeitsarbeit auf, damit die Verbraucher wissen, was die Landwirte tun. Schmals Fazit zum Schluss: „Egal ob ökologisch oder konventionell – die Landwirtschaft wird auch in Zukunft Bestand haben“, war er überzeugt und begründete dies mit dem Weltbevölkerungswachstum und den top ausgebildeten Betriebsleiter auf. „Natürlich gibt es ständig Veränderungen, doch diese sind zu bewältigen, wenn sie praktikabel sind.“