Bilanz

Lage auf dem Ferkelmarkt entspannt sich

Ferkel
Helga Gebendorfer
am Montag, 22.02.2021 - 14:32

Die oberbayerischen Ferkelerzeuger hoffen auf weitere Bewegung nach den Einbrüchen infolge der Pandemie.

Die Lage auf dem Ferkelmarkt ist inzwischen etwas entspannter. Das stellte Siegfried Ederer, Vorsitzender des Fleischerzeugerrings Oberbayern-West Pfaffenhofen (FER) und zugleich Vorsitzender der Abteilung Ferkelerzeugung, bei der digitalen Mitgliederversammlung fest. „Der Ferkelpreis erholte sich in drei Schritten langsam von einem unterirdischen Niveau.“

Auch in den Mastschweinemarkt sei inzwischen etwas Bewegung gekommen. Doch es laufe noch nicht so, wie es sein soll. „Vor Corona lief das Geschäft wie geschmiert, doch mit der Pandemie hat es sich ins Gegenteil gedreht. Viele Abnehmer gingen verloren, mit der Folge, dass die Mastschweinepreise erheblich in die Knie gingen.“ Als noch der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest hinzukam, fiel vor allem der Drittlandexport nach China weg, was den Mastschweinepreis nochmals reduzierte – genauso wie den Ferkelpreis. „In der Ladentheke blieb das Preisniveau jedoch stabil“, merkte Ederer an und beklagte, dass die Wertschöpfung nicht beim Bauern ankam.

Dramatischer Preisverfall für die Ferkelerzeuger

Ferkelerzeuger 1

Die Warteschlangen in den Schlachtbetrieben nahmen dramatische Folgen an und wirkten sich auch mit einem drastischen Preisverfall auf die Ferkelerzeuger aus. „Weniger Umsatz bedeutet weniger Gewinn, und das bei steigenden Futterkosten.“ Im Großen und Ganzen konnten nach seinen Angaben trotzdem alle Ferkel abgesetzt werden. „Dank der Solidarität der Mäster klappte die Ferkelabnahme.“

Kopfzerbrechen bereiteten Ederer die gesetzlichen Rahmenbedingungen und bevorstehenden Herausforderungen für die Ferkelerzeuger. Dazu zählte er Klimaschutz und Tierwohl, Tierschutznutzierhaltungsverordnung und Düngeverordnung und befürchtete weitere Betriebsaufgaben. Er war überzeugt: „Bayerische Ferkel werden irgendwann ein knappes Gut werden. Das wird nicht mehr so lange dauern.“

Nischenmärkte bleiben beispielsweise Betriebe mit Metzgervermarktung und Haltung von Strohschweinen. „Die Branche, allen voran der Lebensmitteleinzelhandel, muss sich ihrer gegenseitigen Verantwortung klar werden. Leider ist das in den Köpfen noch nicht angekommen.“

Ein Ausnahmejahr erlebt

Die Leistungsergebnisse im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2019/2020 in Oberbayern-West stellte Clara Späth vom Fachzentrum für Schweinezucht und -haltung in Töging vor. „Wir blicken auf ein Ausnahmejahr zurück – was die Preise und Wirtschaftlichkeit angeht. Mittlerweile sind wir auf einem geringen Niveau gelandet.“

Nach ihrer Auskunft umfasst der Ring 70 (–2) Betriebe mit 6624 Zuchtsauen. Es wurden in 2,15 Würfen 27,7 Ferkel geboren und davon 23,5 aufgezogen. Beim Vergleich zum bayerischen Durchschnitt erklärte sie: „Die Zuchtleistung ist verbesserungswürdig.“ 25 Betriebe beteiligten sich bei der Wirtschaftlichkeitskontrolle. Die direktkostenfreien Leistungen betrugen 1064 € und übertrafen den Zehn-Jahres-Durchschnitt von 607 € um 457 €. „Das ist ein super Ergebnis und belohnte die Freude an der Ferkelproduktion.“