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Kritik

Königinnentag: Empörung über sexistische Äußerung

Krone
Philipp Seitz
Philipp Seitz
am Dienstag, 21.06.2022 - 10:14

Ein CSU-Landtagsabgeordneter gibt den Produktköniginnen eine „Empfehlung“. Ministerpräsident Söder distanziert sich. Der Unmut ist groß.

Traunstein/München - Der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Steiner hat mit einer Bemerkung beim Deutschen Königinnentag in Traunstein für Empörung gesorgt. Steiner sagte bei seiner Rede vor rund 250 Produkthoheiten, dass viele der Königinnen sicher auf der Suche nach einem Prinzen seien. Er hätte noch eine Empfehlung: „Erscheinen Sie einfach im Bikini oder im String, dann wird es kühl, aber die meisten werden so ausgestattet sein.“

Das Video der Rede wurde unter anderem in dem sozialen Netzwerk Instagram veröffentlicht. Die Aussage des Landtagsabgeordneten stieß bei den Usern auf teilweise heftige Kritik. 

Hier sehen Sie das Zitat im Video:

Steiner hat sich für seine Aussage inzwischen auf Facebook entschuldigt. Es sei eine „wirklich flapsige und auch dumme Bemerkung“. Weiter sagte Steiner, der im Landwirtschaftsausschuss des Landtags sitzt: „Ich bedauere es sehr, wenn sich davon Teilnehmerinnen davon beleidigt gefühlt haben. Ich nehme das ausdrücklich zurück und bedauere dies.“ Er begrüße das Engagement der Produktköniginnen außerordentlich.

Klaus Steiner

Nach einer CSU-Vorstandssitzung übten auch Ministerpräsident Markus Söder und CSU-Generalsekretär Martin Huber Kritik: Die Aussagen seien „absolut deplatziert“, sagte Huber. „Deshalb ist die Entschuldigung von ihm auch absolut folgerichtig.“ Söder stimmte so: „So ist es.“ Die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf, Vorsitzende der Frauen-Union Bayern, teilte dem Wochenblatt auf Anfrage schriftlich mit: „Eine solche Aussage ist nicht akzeptabel. Sie widerspricht dem gleichberechtigten und respektvollen Miteinander von Frau und Mann, wie es zum Selbstverständnis unserer Partei gehört.“

Klaus Steiner ist seit 2008 Landtagsabgeordneter für die CSU. Er gehört dem Landwirtschaftsausschuss an. Für überregionales Aufsehen sorgte Steiner im vergangenen Jahr, als er Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) bei der Hauptalmbegehung des Almwirtschaftlichen Vereins eine Radler-Spritze anbieten wollte. Die CSU und Freien Wähler, Koalitionspartner in Bayern, stritten damals mehrere Wochen lang rund um das Thema Impfen.

Hier sehen Sie die Entschuldigung des Abgeordneten Klaus Steiner im Video: