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Vortrag beim Kreisbauerntag

Klimawandel: Ist biogenes Methan doch nicht schuld?

Mucksmäuschenstill war es im Saal, als Referent Peer Ederer (r.) erklärte, warum er die Nutztiere nicht als Verursacher des Klimawandels sieht.
Alfred Schubert
am Mittwoch, 16.11.2022 - 08:18

Kreisbauerntag Weilheim-Schongau beschäftigt sich mit Klimawandel

Nachwuchs gesichert: Die neuen Landwirtschaftsmeisterinnen und -meister mit (v. l.) Vize-Kreisbäuerin Maria Lidl, Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher, Kreisobmann Wolfgang Scholz (r.) und seinem Stellvertreter Andreas Oswald (hinten r.)

Peißenberg/Lks. Weilheim-Schongau Sollten Kühe abgeschafft werden, weil ihre Methanproduktion angeblich den Klimawandel beschleunigt? Dieses Thema beherrschte den Kreisbauerntag des BBV-Verbandes Weilheim-Schongau, der zu dieser Frage einen Wissenschaftler aus der Schweiz eingeladen hatte, Prof. Dr. Peer Ederer vom „Global Food and Agribusiness Network“. Rund 90 Zuhörer waren nach Peißenberg gekommen, wo Ederer unter dem Titel „Mysterium biogenes Methan“ ein Referat über seine Untersuchungen zur Wirkung von Gasen in der Atmosphäre auf das Klima hielt. Er sieht es anhand von Untersuchungen anderer Wissenschaftler und der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA als gesichert an, dass Methan zur Erderwärmung beiträgt. Sicher sei aber auch, dass es sich dabei nicht um das Methan handelt, das von Kühen produziert wird. Da es Kühe schon länger gibt, hätte es das Methan-Problem auch schon länger geben müssen, so Ederer. Belegt sei aber, dass die Methankonzentration in der Atmosphäre erst ansteigt, seit in großen Umfang Erdöl gefördert und Kohle in Kraftwerken verstromt werde.

Wirksamer Klimaschutz ist laut Ederer nur möglich, wenn die Industrie weniger Schadstoffe in die Atmosphäre ausstößt. Kühe seien nicht das Problem, deshalb habe es auch keinen Sinn, die Tierbestände zu reduzieren, wie oft von Klimaschützern gefordert werden.

Vortrag fesselte die Zuhörer

Mit seinem Vortrag gelang es Ederer, die Zuhörer so zu fesseln, dass auch nach einer Stunde im Saal noch absolute Ruhe herrschte. Im Anschluss wollte noch ein Landwirt wissen, wie sich das Wasser, das nach dem Abbau von Methan in der Atmosphäre verbleibt, auf den Klimawandel auswirkt. Dies ist laut Ederer noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht. Abschließend gab Ederer auch zu bedenken, dass die Wissenschaft mit ihren Erklärungen nicht unbedingt richtig liegen müsse. Man sollte sich gründlich mit einem Thema beschäftigen, um einschätzen zu können, „wem man Glauben schenken soll“. Die Vertreter des Bauernverbands rief er auf, ihre politische Kraft zu nutzen, um die Interessen der Landwirte zu vertreten. Sie sollten sich nach München und dann „direkt nach Brüssel“ wenden, auf Berlin setze er keine Hoffnung.

Ehrungen beim Kreisbauerntag

In der Versammlung wurden wieder verdiente Mitglieder geehrt. Seit 30 Jahren sind Josef Pröbstl aus Polling und Georg Leininger aus dem Ortsverband Magnetsried-Seeshaupt Ortsobmänner.

Hermine Pröbstl aus Polling ist außerdem seit 25 Jahren Ortsbäuerin.

Dass gleich 19 neue Meisterinnen und Meister vorgestellt werden konnten, liegt laut Kreisobmann Wolfgang Scholz daran, dass pandemiebedingt drei Jahrgänge zusammengefasst wurden. Die neuen Landwirtschaftsmeisterinnen und -meister heißen Andreas Zach (Wielenbach), Christian Greinwald (Seeshaupt), Nicole Schmitt (Weilheim), Julia Geiger (Wielenbach), Iganz Berchtold (Eberfing), Anton Brunner (Eberfing), Michael Klein (Wildsteig), Michael Niggl (Peiting), Christoph Buchner (Huglfing), Toni Frech (Antdorf), Jakob Geiger (Peiting), Bernhard Göbl (Wildsteig), Veronika Scherrer (Oberhausen), Niklas Rößle (Rottenbuch), Leonhard Spatz (Oberhausen), Mathias Steigenberger (Wielenbach), Martina Kergl (Eglfing), Florian Hoiß (Seeshaupt) und Moritz Lidl (Penzberg).