Ausstellung

Kartoffeln: Die Sortenwahl gut bedenken

Ausstellung
Helga Gebendorfer
am Freitag, 10.01.2020 - 11:03

Kartoffelsortenausstellung und -empfehlung aus den amtlichen Versuchen.

Lampertshofen/Lks. Neuburg-Schrobenhausen - Die vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg organisierte Kartoffelsortenschau ist jedes Jahr wieder ein Erlebnis. Bei der jüngsten Schau präsentierten sich im Gasthaus Felbermaier eine Fülle verschiedener Sorten aus dem Speise-, Stärke- und Pommes-frites-Kartoffelsortiment. Die Kartoffelpartien stammten aus den aktuellen Landessortenversuchen auf den Standorten Straßmoos, Feldkirchen-Gablingen, Stengelheim und Langenreichen.

Dieses Schauangebot nahmen Vermehrer, Anbauer sowie Vertreter von Züchterhäuser, Handel und Lagerhäuser an und waren gespannt auf die Ergebnisse der amtlichen Kartoffelversuche. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, alle Sorten zu begutachten und Vergleiche anzustellen. Dabei tauschten die Landwirte gerne untereinander ihre Erfahrungen aus. 

„2019 war erneut ein Trockenjahr in Folge. Allerdings drehte sich die Witterung glücklicherweise im August und es gab die ersehnten Niederschläge“, fasste Fachberater Franz Steppich das zurückliegende Kartoffeljahr zusammen. Demnach wurden in Deutschland auf 276 300 ha 10,4 Millionen und in Bayern auf 41 154 ha 1,6 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Probleme stellten Virus- und Spinnmilbenbefall dar. Gleichzeitig warf der Berater einen Blick auf die Sortenpalette und stellte die einzelnen Sortimente mit ihren positiven und negativen Eigenschaften vor. „Es gibt nicht die eine Sorte. Jede hat Vor- und Nachteile. Deshalb gilt es, bei der Sortenwahl individuell abzuwägen“, erklärte Steppich und fügte hinzu, dass in Zukunft Sorten mit breiter Resistenz benötigt werden. 

Änderungen bei den Sorten

Was hat sich gegenüber dem Vorjahr geändert? Im sehr frühen Bereich wurde Juwel ausgetauscht gegen die vorwiegend festkochende Sunshine. Keine Änderungen ergaben sich im frühen und mittelfrühem Sortenspektrum, Allerdings kamen in die begrenzte Empfehlung neu Torenia und Karenia. Bei den Stärkekartoffeln kam Euroviva in den begrenzte Empfehlung.

Alles in allem gelten zusammengefasst folgende Ergebnisse: im Speisebereich sind beim frühen Sortenspektrum Annabelle, Gala, Marabel, Musica, Queen Anne, Princess, Solist und Sunshine in der Anbauempfehlung. Im Segment mittelfrüh/spät haben sich bewährt: die festkochende Bernina, die vorwiegend festkochenden Krone, Quarta, Belmonda, Agria und Jelly sowie die mehlige Melody. Zu der begrenzten Empfehlung gehören Goldmarie, Karelia, Laura, Lilly, Otolia, Sevim, Soraya und Torenia. Quarta und Soraya laufen aus.

Bei den Wirtschaftskartoffeln sieht die Liste der empfohlenen Sorten wie folgt aus: die mittelfrühen Kuba und Stärkeprofi sowie die mittel-späten Euroflora, Kuras und Saprodi. Zu den begrenzten Sorten zählen Dartiest, Euroviva und Nordlicht.

Weiter gab der Fachberater Informationen über die Virustestung. So wurden in Bayern bis Ende November 57 Prozent der Kartoffelpartien getestet. Dabei wiesen 45 Prozent der Partien keinen Virus und zehn Prozent über zehn Prozent Virus auf. Zudem warf Steppich eine Blick auf die Sorten mit breiter Nematoden-Resistenz für die amtliche Bekämpfung.

„Der Pflanzenschutz ist und bleibt eine Herausforderung“, stellte Albert Höcherl, Leiter vom Fachzentrum Pflanzenbau am AELF Augsburg, bei seinem Vortrag fest und berichtete die Resultate über die durchgeführten Pflanzenschutzversuche.