Landfrauentag

Kartoffeln aus Bodenhaltung

Hauswirtschafterinnen
Sandra Schwägerl Portrait 2019
Sandra Schwägerl
am Donnerstag, 13.02.2020 - 07:44

Bauer Willi ruft Ebersberger Landfrauen zur kreativen Öffentlichkeitsarbeit auf.

Grafing/Lks. Ebersberg - „Nur von der großen Liebe zum Hof kann man nicht leben“, sagte die Ebersberger BBV-Kreisbäuerin Barbara Kronester an „ihrem“ Landfrauentag in der Grafinger Stadthalle. Gastreferent war Dr. Willi Kremer-Schillings der seit fünf Jahren als Bauer Willi durch die Lande tourt, um zu erklären wie Landwirte kreativer kommunizieren können.

Der Ackerbauer aus der Nähe von Köln erlangte seine Bekanntheit durch Briefe, die er zunächst an seine Nachbarn schrieb und dann an die Verbraucher – getrieben von dem Unverständnis der Gesellschaft und den schlechten Preisen für heimisch erzeugte Lebensmittel – und verbreitet über den Internetblog von Alois Wohlfahrt aus dem Allgäu (www.netzlandwirt.de).

Mit Fragen dagegenhalten

Schnell waren Medien und Politik interessiert an Kremer-Schillings. Sein Fazit: Die Talkshow von Günther Jauch war eine interessante Erfahrung, doch wenig tiefgründig, „eben eine Show“, gleiches gilt für den Agrargipfel im Bundeskanzleramt, zu dem Kanzlerin Angela Merkel Ende 2019 eingeladen hatte: „Es hat nichts gebracht“.

Um die Nachbarn in der Neubausiedlung zu erreichen, hat der Landwirt unterschiedliche Wege: Zum Tag des offenen Hofes lädt er per persönlicher Postwurfsendung ein und übers Jahr pflegt er eine Whatsapp-Gruppe, um über anstehende Arbeiten zu informieren. Beides komme gut an. „Wir sind Unternehmer – unternehmen wir was“, versuchte er die Versammelten zu kreativer Öffentlichkeitsarbeit zu motivieren – mit Spaßfaktor. So habe er viel Zuspruch bei Texten über Kartoffeln aus Bodenhaltung und Tomaten aus Anbindehaltung bekommen.

Er riet den Damen, bei Anfeindungen immer mit Fragen dagegenzuhalten. Das geht auch von zuhause aus, etwa wenn man in Sozialen Netzwerken bei landwirtschaftlichen Themen mitdiskutiert. Zugleich warnte Bauer Willi vor Überheblichkeit und rief dazu auf, auch das eigene Wirtschaften zu überdenken und ehrlich zu sein – darin, dass Landwirtschaft der „ständige Kampf gegen die Natur“ sei.