Waldbau

Jungholzpflege: Kleine Maßnahmen, große Wirkung

Waldexkursion im fränkischen Escherich
sas
am Montag, 07.12.2020 - 09:22

Der WBV Neuburg-Schrobenhausen spricht sich für Jungholzpflege aus, denn nur so entsteht Wertholz für Submissionen. Auch Entnahmen können Großes bewirken.

„Bitte seien Sie aktiv am Holzmarkt“, das war die Bitte von Ludwig Schön, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Neuburg-Schrobenhausen bei der digitalen Jahresversammlung. Schließlich habe man nur in einem Drittel des Jahres die Chance mit der Natur zu wirtschaften, etwa von Oktober bis Februar. Die Preise seien jetzt besser als zum Frühjahr hin, gab er zu weiter zu bedenken.
„Aktiv sein“ ist auch möglich, denn „wir haben ein ganzes Sammelsurium an Preisen und viele Sortimente“, sagte Schön. Kiefernstark- und -langholz ist absolut gesucht. Buchenstammware hingegen bezeichnete der Geschäftsführer als Sorgenkind und riet, das Holz lang zu lassen und der WBV Bescheid zu sagen, es komme daraufhin jemand vor Ort zur Beschau.

Konkrete Fragen per Foto klären

Um Geduld bat Schön in Bezug auf betriebliche Beratung im Allgemeinen. Anfragen werden von ihm und auch den drei Revierleitern nach und nach abgearbeitet. Zwei von diesen sind seit Juli dieses Jahres neu im Amt und stellten sich den Waldbauern vor: Dominik Reil und Andreas Ploner. Beide brauchen etwa eine bis eineinhalb Wochen Vorlauf bei Terminvereinbarungen. Bei konkreten Fragen könne man ein Foto schicken, die etwa auf Krankheiten hinweisen. „Wir versuchen, dem gerecht zu werden“, sagte Geschäftsführer Schön.
Ein weiteres Thema des Abends war die Nachhaltigkeitsprämie Wald, die nur online zu beantragen ist. Das gab Schön bekannt. Er empfahl, sich mit Fragen bezüglich der Förderung direkt mit dem Fördergeber in Verbindung zu setzen. Was die Geschäftsstelle leisten könne, sei das Ausstellen des dafür notwendigen PEFC-Nachweises. Der Geschäftsführer bittet darum, Anfragen in dieser Sache ausschließlich per E-Mail oder Kontaktformular zu stellen. Laut der Internetseite der WBV wird die Zertifikatsausstellung in Rechnung gestellt.

Noch freie Plätze beim Bildungsprogramm Wald

Andreas Ploner, der seit Juli das Revier Klosterberg leitet, berichtet vom Bildungsprogramm Wald, das demnächst „in abgespeckter Version“ stattfinden soll. Konkret werden sechs Freitagnachmittage angeboten, an denen waldspezifische Themen einem Teilnehmerkreis von maximal 25 festen Personen angeboten werden. Losgehen sollte es damit am 18. Dezember, coronabedingt ist noch unklar, ob der Termin gehalten werden kann. „Noch sind Plätze frei“ motivierte Ploner zur Anmeldung. „Wenn nötig, starten wir später“, zeigte er sich pragmatisch.
„Sturm Sabine hat in unseren Gebieten recht wenig angerichtet, weil die Waldbesitzer so super aufgeräumt haben“, sagte Ploner mit „Lob an alle“. Nur von Einzelwürfen und wenig flächigen Schäden war die Rede. Dennoch haben Schadereignisse den Holzmarkt beeinflusst, etwa fiel der Rundholzpreis ständig, sagte Geschäftsführer Schön. Sowas habe er bisher nur selten erlebt.
Was in der WBV gut genutzt wird, sind Holzzwischenlager für Schadholz mit einem Fördersatz von 12 € je Festmeter. Hier sei zum Einen ein Sammelantrag möglich und: „Für 12 € kann ich mein Holz weit fahren“, so Schöns Bewertung. Wichtig: Mindestens 500 m Entfernung zum nächstgelegenen Fichtenwald.

Eigene Standpunkte beim Gutachten verteten

2021 steht das forstliche Gutachten wieder an. Die Referenten rufen dazu auf, die Waldbegänge zu begleiten. „Es ist gut, wenn Waldbesitzer dabei sind und den eigenen Standpunkt vertreten“, sagte Ploner. Grundsätzlich solle man mit Jägern in Kontakt treten und etwa besonders wertvolle Flächen vorstellen. In Bezug auf das forstliche Gutachten gab er weiter bekannt, dass Aufforstungstermine für das Frühjahr bis Januar möglich seien,in den Folgemonaten geht das Gutachten vor.
Schön plädierte für einfache Maßnahmen, wenngleich „man in den Medien den Eindruck gewinne, dass nur Aufforstung den Waldumbau unterstütze. „Wenn man zwei bis drei Bäume entfernt, gewinnen andere deutlich an Licht.“ Ploner appellierte an die rund 20 Zuhörer, Jungbestände zu pflegen, auch wenn der Preis im Moment nicht so gut sei. Denn Wertholz entstehe nur, wenn Laubholz in der Jugend gepflegt wird. Über unterschiedliche Förderungen referierte der neue Leiter des Reviers Schrobenhausen Dominik Reil. Geschäftsführer

Digitales erweitert den Wirkungskreis

Durchwegs positive Rückmeldungen gab es für das digitale Format der Versammlung, ebenso wie für die Aktivitäten der WBV auf den Internetplattformen Youtube, Facebook und Instagram. Förster Ploner sprach von einem „technischen Quantensprung“, der es möglich mache, den Wald so auch anderen Menschen nahezubringen. Schön animierte dazu, die „lebendige Homepage“ der WBV zu besuchen.