Investition

Die Jungbauernschule Grainau expandiert

Foto Jungbauernschule Grainau
Alexander Kraus
am Freitag, 23.07.2021 - 10:49

Zwei neue Häuser entstehen auf dem Gelände des Seminarhauses in Grainau. Bislang fehlten insbesondere Einzelzimmer.

Grainau/Lks. Garmisch-Partenkirchen Es war ein eindringlicher Appell, den Herwig Leipert an den Grainauer Gemeinderat gerichtet hatte: „Wenn wir wettbewerbsfähig sein wollen, brauchen wir mehr Einzelzimmer.“ Um das Seminarhaus an der Alpspitzstraße zukunftsfähig zu halten, forderte der Vorsitzende des Heimstättenvereins der Jungbauernschule erhebliche Modernisierungsmaßnahmen und wurde erhört.

Der Gemeinderat befürwortete einstimmig die Aufstellung des Bebauungsplans für das Seminarhaus. Zwei neue Häuser sollen auf dem Gelände entstehen. Das Investitionsvolumen beträgt laut Bürgermeister Stephan Märkl 5 bis 6 Mio. €.

Einzelzimmer fehlen

Vor vier Jahren war ein Gutachten zur Fortentwicklung des Hauses in Auftrag gegeben worden. Sehr gut schnitten darin sowohl Standort als auch Strategie der Jungbauernschule ab. Das Hauptmanko: Einzelzimmer fehlen. Studien verdeutlichen, dass Gruppenbelegungen aus 20 bis 30 Teilnehmern bestehen. Dem Umstand wurde jetzt Rechnung getragen.

Hinter dem Hauptgebäude soll ein neues Haus mit 30 Einzelzimmern entstehen, womit sich deren Zahl von 5 auf 35 erhöht, zusätzlich zu den 120 bestehenden Betten im Seminarhaus. Neben dem Hauptgebäude ist ein weiteres Bauwerk geplant, unter anderem für einen 200 qm großen Tagungsraum. Darunter soll eine Tiefgarage Platz für 18 Fahrzeuge bieten.

Ursprünglich wollte der Heimstättenverein lediglich ein neues Anwesen bauen. „Das war zu massiv, da hat der Gemeinderat nicht mitgespielt“, bedauert Leipert. Über die jetzt vorgesehene Modernisierung mit zwei Gebäuden ist der Vereinsvorsitzende aber ebenso glücklich. Um den „agrarischen Hintergrund“ der Jungbauernschule zu stärken, favorisiert er die Holzbauweise.

Eine Erfolgsgeschichte

Leipert verdeutlichte den Stellenwert der Jungbauernschule: „Sie ist das einzige von zehn ländlichen Bildungshäusern, das keinen finanzkräftigen Träger hat.“ Der Heimstättenverein ersteigerte das Anwesen 1957. Bis dahin hatte Ex-Bobfahrer Anderl Ostler im Gebäude eine Gaststätte betrieben. Seitdem gab es Anbauten, Neubauten, Modernisierungen bis zum 120-Betten-Betrieb. „Das zeigt die Entwicklung des Hauses“, sagt Leipert nicht ohne Stolz. Die erheblichen Investitionen habe der Trägerverein als Partner der Jungbauernschaft selbst erwirtschaftet.

Immerhin muss der Verein nun nicht die gesamte Investitionssumme selber erwirtschaften. Der Freistaat gewährt einen Zuschuss von 2,5 Mio. €. Schon in einem Jahr könne Baurecht bestehen, schätzt Märkl. Dann kann der Heimstättenverein den Bauantrag stellen.